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Leverkusen
Verkehrsminister Wüst duldet bei Rheinbrücke keinen Verzug

Leverkusen: Verkehrsminister Wüst duldet bei Rheinbrücke keinen Verzug
NRW-Minister Hendrik Wüst mag nicht nur Akten zur Verkehrsplanung wälzen, sondern macht sich gerne "vor Ort ein Bild". Gestern mit Helmut Nowak. FOTO: UM
Leverkusen. Der NRW-Verkehrsministert traf sich zum Ortstermin mit Helmut Nowak unter der A1-Stelze. Von Ludmilla Hauser

Hendrik Wüst hat sich gestern unter der Stelzenautobahn kurzzeitig als Hellseher betätigt: "Ich weiß, was die Presse morgen schreiben wird: ,Wüst gab sich schmallippig.' Aber das nehme ich in Kauf", antwortete der neue CDU-Landesverkehrsminister auf die immer wieder anders formulierte Journalistenfrage zum selben Thema: Tunnellösung oder Verbreiterung der Stelze, Herr Minister? "Ich will erst die Beratungen der Fachleute abwarten, danach reden wir politisch", wiederholte er gebetsmühlenartig. Dass er zum Schwadronieren neigt, lässt sich da nicht behaupten. Dass er sich durch Mehrfachnachfragen zu einer anderen Antwort erweichen lässt, auch nicht. "Da bin ich eisern", sagte Wüst und belegte das später mit einem kräftigen Händedruck. "Ich bin Jurist. Das überträgt sich auch auf die Politik." Eine Herangehensweise über Fakten ziehe er einem emotionalen Schnellschuss vor. Und: "Was Brücken angeht, muss mich keiner katholisch machen." Auch sonst nicht, denn Katholik ist der Westfale ohnehin schon. Ihn hatte CDU-Bundestagskandidat Helmut Nowak auf eine Rundfahrt zu "verkehrswichtigen Punkten" im Wahlkreis Leverkusen/Köln-Mülheim eingeladen.

Unter die Stelze kamen auch Landtagsabgeordneter Rüdiger Scholz, CDU-Parteichef Frank Schönberger, Bürgermeister Bernhard Marewski und eine Abordnung von Straßen.NRW - Behördenleiterin Elfriede Sauerwein-Braksiek, Regionalleiter Thomas Ganz und Projektleiter Thomas Raithel. "Wir sind in einer fortgeschrittenen Phase der Vorplanung", merkte Thomas Ganz an. Tunnel oder Stelze - "es ist alles offen, die Planung ermöglich beides. Was es wird, das ist die Entscheidung des Bundes", ergänzte Sauerwein-Braksiek.

Nur - ein langer Tunnel wird es nach Auffassung von Straßen.NRW wohl nicht, der Planfeststellungsbeschluss sehe den A1-Brückenneubau vor. "Es geht auch nicht darum, dass wir gar nicht in die Deponie Dhünnaue eingreifen. Gar nicht geht nicht, gleich, was kommt. Es geht darum, wie viel wir eingreifen", stellte Sauerwein-Braksiek heraus.

"Wenn Ende September die Klage der Bürgerinitiativen vom Bundesverwaltungsgericht abgewiesen werden sollte, dann ist ein langer Tunnel obsolet", merkte Helmut Nowak an. Diese Entscheidung müsse man abwarten. "Wenn das Urteil so ist, wie wir es erwarten, nämlich abschlägig, werden wir sofort ausschreiben und mit dem Bau der Rheinbrücke starten, wir dulden keinen Zeitverzug", kündigte Wüst an. "Jeder, der sagt, man könne dann noch verschiedene gutachterliche Runden drehen, macht falsche Versprechungen." Es sei nicht verantwortbar, die Brücke noch länger stehen zu lassen als nötig.

Quelle: RP
 
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