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Leverkusen
Vertreter stimmen der Fusion der Volksbanken einhellig zu

Leverkusen. Ein Hauch von Abschied wehte durch die Festhalle am Markt. Kein Wunder: Als 130 Vertreter bei vier Enthaltungen für die Fusion mit der VR Bank Bergisch Gladbach zur neuen VR Bank Bergisch Gladbach-Leverkusen stimmten, gehörten 90 Jahre Volksbank Rhein-Wupper der Vergangenheit an. Vorstand Hans-Jörg Schaefer sagte nach der zweistündigen Versammlung am Montag: "Ich bin begeistert über diese große Zustimmung. Das ist ein toller Vertrauensbeweis." Von Gabi Knops-Feiler

Zuvor wiederholte Schaefer die Gründe für den Zusammenschluss: "Auch wenn sich unsere Bank in den letzten Jahren positiv entwickelt hat, ist es immer die Aufgabe verantwortlicher Geschäftsleiter, rechtzeitig alle Optionen für die langfristige Sicherung von Zukunftsfähigkeit zu prüfen." Das habe man getan gemäß dem chinesischen Sprichwort: "Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." Er sei überzeugt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt sei, die Windmühle mit dem Partner aus Bergisch Gladbach in den Wind der Veränderungen zu stellen, sagte Schaefer.

Weitere Argumente wie attraktive Geschäftsgebiete, vermehrtes Wachstum, Ausschöpfen von Marktpotenzialen, bessere Perspektiven und Erhalt der Arbeitsplätze sprächen eindeutig dafür. Oberbürgermeister Uwe Richrath kommentierte: "Die Fusion ist ein weiser Beschluss für Zukunft und Stabilität." Das könne im Interesse der Kommune sein, denn man brauche die Volksbank weiterhin als verlässliches Kreditinstitut. Seit mehr als 150 Jahren gehöre bei Volks- und Raiffeisenbanken gesellschaftliche Verantwortung zum Tätigkeitsfeld dazu. Dieses Geschäftsprinzip sei durch große Herausforderungen massiv gefährdet, erläuterte Vorstand Alexander Litz in seinem Jahresbericht und nannte Niedrigzins, Digitalisierung und Regulatorik als Beispiele. Sämtliche Schwierigkeiten seien gemeinsam besser zu verkraften, so dass es gelte, die Zukunftsfähigkeit der Bank durch vorausschauendes Handeln abzusichern.

Insgesamt geriet der Jahresabschluss eher zur Nebensache. Demnach ist die Zahl der Mitglieder (12.333) wie auch das Kundengesamtvolumen (plus sechs Prozent auf 1,41 Milliarden Euro) weiter gestiegen. Auf einen nahezu unveränderten Jahresüberschuss von 1,6 Millionen Euro erhalten Anteilseigner eine Dividende in Höhe von fünf Prozent. "Wir werden die Verwurzelung in der Region weiter unter Beweis stellen, gewohnte Ansprechpartner für Kunden bleiben und alle Geschäftsstellen ganz in der Nähe erhalten", versicherte Schaefer.

Dass die neue VR Bank Bergisch Gladbach-Leverkusen künftige Bilanzpressekonferenzen oder Vertreterversammlungen in Leverkusen abhält, gilt eher als unwahrscheinlich. Aktuell gibt es jedoch Überlegungen, für die Vertreter einen Shuttle-Bus anzubieten.

Quelle: RP
 
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