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Leverkusen
Verwaltungsleiter - Helfer an der Seite des Pfarrers

Leverkusen: Verwaltungsleiter - Helfer an der Seite des Pfarrers
Braucht in Leverkusen erstmal keinen Verwaltungsleiter - "wegen der tollen Mitarbeiter in unserer Rendantur": Stadtdechant Heinz-Peter Teller. FOTO: Miserius
Leverkusen. Das Erzbistum schafft Freiräume für die Seelsorge und die neue Stelle des Verwaltungsleiters, der den Pfarrer entlastet. Teller wirkte mit. Von Ludmilla Hauser

Pfarrer sein, das sagt Stadtdechant Heinz-Peter Teller nüchtern, habe auch immer mit irdischen Dingen zu tun, "da ist man nicht nur Spiritual im luftleeren Raum", sondern müsse sich auch mit Verwaltungsmaterie auseinandersetzen. Auch mit Dingen, die im Grunde ein anderer tun könnte. Und in 15 Pilotpfarreien nun auch tun wird. Das Erzbistum Köln geht neue Wege in der Verwaltungsleitung. Und die hat Teller mitgeebnet. Er war zwei Jahre in der Arbeitsgruppe, die den Einsatz von so genannten Verwaltungsleitern konzipiert hat, die Pfarrern zur Seite gestellt werden.

Diese sollen dadurch weniger mit Bürokratie befasst sein, dafür mehr mit den Anliegen in ihren Gemeinden. Das Erzbistum nennt das "Freiräume für die Seelsorge (Pastoral) vor Ort". Generalvikar Dr. Dominik Meiering ist überzeugt, dass neue pastorale Ideen notwendig sind: "Unser Glaube braucht in der sich verändernden Gesellschaft eine mutig darauf eingehende Kirche."

In einer Umfrage, berichtet das Erzbistum, hatten leitende Pfarrer angegeben, jede Woche 25 Stunden für die Organisation der Seelsorgebereiche mit bis zu 100 Mitarbeitern aufwenden zu müssen. Hier sollen die Verwaltungsleiter Abhilfe schaffen. "Sie sind dann die Dienstvorgesetzten der Mitarbeiter etwa in den Pfarreien und Kindertagesstätten", sagt Teller. "Der Pfarrer bleibt aber oberster Dienstchef."

In der Jobbeschreibung muss laut Pfarrer Teller vor allem stehen: kaufmännische Ausbildung und Erfahrung in der kirchlichen Verwaltung. "Und das muss man erstmal finden. Ganz einfach ist das nicht. Zudem kann man da auch nicht jeden auf jede Gemeinde loslassen. Die Chemie muss passen", betont er. Dem Wermelskirchener Pfarrer, der nach der Verabschiedung des Leichlinger Kollegen auch die Pfarre in der Blütenstadt mitbetreut, täte ein Verwaltungsleiter wahrscheinlich gut, "er wird aber für die Übergangszeit, bis der neue Pfarrer in Leichlingen, da ist, wohl keinen bekommen. So schnell können die Stellen nicht besetzt werden", sagt Teller.

In den 15 Pilotpfarreien im Erzbistum, in denen Verwaltungsleiter seit kurzem eingesetzt sind bzw. bald werden, "gucken wir jetzt, ob man noch an ein paar Stellschrauben drehen muss. Generell ist das Thema aber durch, die Verwaltungsleiter werden kommen." Im Mai sollen Erfahrung aus der Pilotphase gesammelt und dann entschieden werden, ob es ab Herbst 2016 in weiteren Seelsorgebereichen Verwaltungsleiter geben wird.

Leverkusen ist keine Pilotstation, "ganz einfach, weil bei uns nicht so eine Not herrscht. Das liegt an unserer Rendantur, der kirchlichen Verwaltungsstelle in Küppersteg, mit 20 Mitarbeitern. Die leisten wirklich ganz tolle Arbeit", lobt Heinz-Peter Teller. Falls auch im Stadtdekanat ein Verwaltungsleiter eingeführt werden sollte, "dann hätte ich aber schon geeignete Kandidaten".

Eines ist Teller wichtig: Das Irdische am Pfarrerberuf bleibt. "Einige Verwaltungsaufgaben kann ein Pfarrer nicht abgeben, denn er trägt für alles die Verantwortung. Dazu gehören Entscheidungen über die Finanzen."

Quelle: RP
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