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Postskriptum Diese Woche In Unserer Stadt
Verzicht auf den Verzicht

Postskriptum Diese Woche In Unserer Stadt: Verzicht auf den Verzicht
FOTO: Moll Jürgen
Leverkusen. Nach den tollen Tagen schlägt man immer so hart auf. Essen, trinken, schunkeln, feiern - es folgt der Aschermittwoch, und der Fisch ist gegessen. Fastenzeit. Von Bernd Bussang

Gürtel enger schnallen. Manchem hilft das. Und immer seltener hat es religiöse Gründe. Askese passt in unsere Zeit. Gerade wenn es um die Ernährung geht. Oder um die Figur. Meist geht es um die Gesundheit. Schon vor der Fastenzeit. Und vielen geht es eigentlich immer um die Gesundheit. Das ganze Jahr über. Nicht essen, was man nicht verträgt, ist in. Bei dem einen ist es nötig, beim anderen eher Philosophie. Bei Gästen kann das so richtig nerven. Die Brigitte mag's vegetarisch, Andrea streng vegan. Bei Heike bitte kein Gluten, Maria kann Fruktose nun gar nicht mehr ab. Und selbst für Ludger, der früher den Wein aus Fässern trank, muss der Rebensaft jetzt unbedingt biologisch sein. Und alles bitte wohldosiert. So machen Einkaufen und Kochen, ja Einladungen insgesamt keinen Spaß mehr. Und auch die Fastenzeit verliert ihren Sinn. Denn wer das ganze Jahr verzichtet, spürt den Verzicht nicht mehr.

Beim suchtähnlichen Internet-Surfen auf dem Handy wäre es bei vielen wohl anders. Denn das tun sie ja das ganze Jahr. So wie Autofahren statt Fahrrad. Aber macht ein Verzicht Sinn? Und was hilft's, wenn man nach ein paar Wochen wieder in alte Muster fällt? Und so könnten wir auf die Idee kommen, einfach ganz auf den Verzicht zu verzichten.

Quelle: RP
 
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