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Serie Mein Lieber Nachbar
Vier Häuser hüten - ist doch normal

Serie Mein Lieber Nachbar: Vier Häuser hüten - ist doch normal
Paket annehmen für die Nachbarn - macht Sabine Weck gerne. Erwartungen, dass ihre Nachbarn eine Gegenleistung erbringen, hat sie nicht. "Aber ich weiß, dass sie auch meiner Familie helfen, wenn's Not tut." FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Von wegen Streit am Gartenzaun. Die Rheinische Post stellt Nachbarn vor, die Tolles in ihrem Umfeld leisten. Machen Sie mit. Von Ludmilla Hauser

Leichlingen Ein Nachbar ist - der Herkunft des Wortes nach - ein Einwohner eines Dorfes, der unmittelbar in der Nähe wohnt. Ein guter Nachbar ist... offenbar kostbar. Denn wenn's nach Sprichwörtern geht, ist der Mensch von nebenan ein höchst verdächtiges, bisweilen fieses Geschöpf. "Liebe Deinen Nachbarn, aber reiße den Zaun nicht ein", heißt ein deutscher Merksatz, in Simbabwe gilt: "Wenn Du wissen willst, was Dein Nachbar von Dir denkt, so fange einen Streit an." Und die Engländer behaupten: "Der beste Nachbar bleibt der, den man von weitem grüßt."

In Leichlingen heißt der Merksatz: "Der Nachbar, dein Freund und Helfer." Dort ist Sabine Weck Ersthelferin in Sachen Nachbarschaftsunterstützung und findet's "ganz normal", dass bei Familie Weck im Sommer vier fremde Haustürschlüssel deponiert waren. Fürs Hausverwahren während die Hauseigentümer im Urlaub weilten. "Ja, das war schon eher ungewöhnlich", gibt die 47-jährige Leichlingerin zu. "Aber auch wieder nicht. Denn das ganze Jahr über hängen bei uns zwei Schlüssel von Nachbarn ohnehin, falls mal was sein sollte."

Kürzlich war mal was. In einem Haus in der Straße piepte es. Fast alle Nachbarn waren ausgeflogen, Sabine Weck ging mit einem anderen Nachbarn auf Horchsuche. "Es stellte sich raus, dass der Rauchmelder losgegangen war", erzählt sie. "Ausgerechnet zu dem Haus hatten wir keinen Schlüssel." Aber eine Telefonnummer, über die das Lärmproblem gelöst werden konnte.

Dass sie etwas Besonderes ist, findet Weck nicht. "Wir haben das Glück, dass in unserer Nachbarschaft alle nett sind, hier guckt der Eine wirklich nach dem Anderen." Als die Familie noch in Langenfeld gelebt habe, sei das Miteinander dort unter den Nachbarn weniger intensiv gewesen. "Hier kocht man für den anderen mit, wenn der krank ist." Oder stellt ihm einen Eimer mit Pflaumen oder Äpfeln vor die Tür, "wenn man das selbst gerade nicht braucht". Die Nachbarn wiederum finden die Weck'sche Haltung prima. "Sabine ist einfach immer da", loben sie. Besagte Sabine schränkt ein: "Nicht immer. Aber dann ist der Anrufbeantworter an."

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Quelle: RP
 
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