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Leverkusen
Vier Verletzte bei Schlägereien im Familienumfeld

Leverkusen: Vier Verletzte bei Schlägereien im Familienumfeld
Mit dem Diensthund und einer großen Einheit umstellte die Polizei das Haus, in dem sich in Lützenkirchen zwei Angreifer verschanzt hatten. FOTO: Miserius, Uwe
Leverkusen. Innerhalb von zweieinhalb Stunden gab es am Sonntagabend drei größere Einsätze mit vier Verletzten. Ein 15-Jähriger wurde ins Gesicht geschlagen, ein Mann vermutlich von seinem Ex-Schwiegersohn mit einem Messer verletzt und ein weiterer Mann vom Ex-Freund seiner Freundin mit einem sogenannten "Totschläger" attackiert. Von Gundhild Tillmanns

Der erste Alarm wurde in Lützenkirchen am Sonntag gegen 21 Uhr ausgelöst. Dort soll ein verlassener Ehemann mit seinem Freund versucht haben, Rache an der Familie seiner Ex-Frau zu üben. Dabei soll der ehemalige Schwiegervater durch einen Messerstich in den Arm schwer verletzt worden sein.

Stark blutend flüchtete das Opfer aus der Wohnung und wurde von einem Rettungswagen aufgenommen. In dem Haus hatten sich die bewaffneten Eindringlinge allerdings verschanzt. Beide ergaben sich erst, als die Polizei mit einer starken Einheit und Diensthunden das Wohnhaus in Lützenkirchen umstellte. Die Polizei soll auch bereits erwogen haben, ein Sondereinsatzkommando anzufordern. Laut Polizei sollen etwa zehn Personen an der "Tumultlage" beteiligt gewesen sein, die allesamt noch verhört werden müssten.

Gegen neun Personen wird nach dem Einsatz am Sonntagabend vor einem Fitnessstudio in Wiesdorf ermittelt. Dieser Einsatz erfolgte gegen 22.30 Uhr. Ein 15-Jähriger soll dort nach Informationen der Polizei angegriffen worden sein. An dem Tumult, der aus bisher ungeklärten Gründen ausgebrochen sein soll, waren außerdem ein 19-Jähriger, ein 32-Jähriger und zwei 40-Jährige beteiligt. Verletzt wurde der 15-Jährige durch einen Schlag auf seine Nase. Informationen, wonach auch ein älterer Beteiligter mit einem Messer schwer verletzt worden sein soll, bestätigte die Polizei am Montag nicht. Die Beamten hätten aber ein weggeworfenes Messer in der Nähe des Fitnesscenters gefunden. Wer mit wem, aus welchem Grunde Streit bekommen habe, in welcher Beziehung die Kontrahenten untereinander standen, müssten die Vernehmungen noch erbringen, hieß es von der Polizei Köln.

Von der Nobelstraße kam dann am Sonntagabend gegen 23 Uhr der nächste Hilferuf. Dem Ex-Freund einer Frau, die mittlerweile einen neuen Lebensgefährten hatte, gelang es, in die Wohnung des Paares einzudringen. Er hatte sich mit einem, wie die Polizei meldet, "holzartigen Gegenstand", bewaffnet. Zeugen bezeichneten die Waffe als "Totschläger".

Der Ex-Freund verletzte seinen Nachfolger mit dem Gegenstand schwer, so dass dieser ins Krankenhaus gebracht werden musste. Das überaus bewegte Wochenende hatte bereits am Samstagabend mit einer Schlägerei auf einer Hochzeit seinen Anfang genommen. Die Polizei erstattete in allen Fällen Anzeigen wegen Körperverletzung.