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Leverkusen
Von 13 auf 10.000 Museumskarten: Kulturausschuss lehnt FDP-Antrag ab

Leverkusen. Seit Veröffentlichung des KPMG-Gutachtens, das die Schließung des Museums Morsbroich vorschlägt, erfährt das Haus eine Welle der Sympathie - in der Stadt wie überregional. Zum Erhalt wurden bereits 14.000 Unterschriften gesammelt, die zahlreichen Resolutionen sind im Treppenhaus des Schlosses nachzulesen, und die Besucherzahlen sind im ersten Halbjahr gestiegen. "Diese Welle sollten wir nutzen, um Jahreskarten besser zu vermarkten", verteidigte Monika Ballin-Meyer Ahrens ihren vielseits belächelten Antrag, die Zahl der verkauften Jahreskarten von derzeit 13 auf 10.000 zu erhöhen.

Begründet hatte sie das mit den guten Erfahrungen der Kunsthalle ihrer Heimatstadt Wilhelmshaven. Museumsleiter Markus Heinzelmann, den der Betriebsausschuss KulturStadtLev um seine Einschätzung bat, freute sich grundsätzlich über das Engagement. Von der Kollegin in Wilhelmshaven habe er sich gute Vorschläge erhofft, sie angerufen und zunächst beglückwünscht zu den guten Verkaufszahlen. Er sei schwer beeindruckt. Sie habe im allerdings versichert, dass man dort gar keine Jahreskarten verkaufe.

Das erklärt auch, warum die Option Jahreskarten auf der Homepage der Kunsthalle Wilhelmshaven fehlt. Zwischen 5000 und 7000 Besucher (mit und ohne Eintritt) werden dort jährlich gezählt. "Wir hatten im vergangenen Jahr 16.500", setzte Heinzelmann hinzu. Ballin-Meyer Ahrens blieb dabei, und wenn man den Preis von 17,50 auf 25 Euro hochsetze, würden 10.000 Dauerkarten 250.000 Euro bringen, rechnete sie noch mal vor. Jetzt sei die Zeit für Werbung, das dulde keinen Aufschub bis die Liste mit Sparvorschlägen abgearbeitet sei. Dann könnte man auch noch das Weihnachtsgeschäft mitnehmen.

Bella Buchner vom Integrationsrat schlug vor, dass die Ratsmitglieder schon mal mit gutem Beispiel voranschreiten und das Museum mit dem Kauf einer Dauerkarte unterstützen sollten. Mit Kreativität könnte Werbung gemacht werden, auch ohne große Kosten. Bereitschaft zur praktischen Unterstützung gebe es bei ArteLev, der Künstlervereinigung des Integrationsrates. Man wolle es nicht beim Bekenntnis auf der Demo belassen, sondern sei bereit, einen sachlichen Beitrag zu leisten. Der FDP-Antrag, inklusive Preiserhöhung, wurde mehrheitlich abgelehnt.

(mkl)
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