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Burscheid/Leichlingen
Von Einlass bis Arrest: Polizei führt Besucher durch neue Wache

Burscheid/Leichlingen. Das Spannendste zum Schluss: Als Höhepunkt der Führung durch die neue Polizeiwache in Hilgen ging's am Samstag in die Arrestzellen. Drei Stück gibt es in der neuen Wache. Zwei davon sind so genannte Komfort-Zellen - wirklich komfortabel sehen die aber nicht aus. Neben einem Edelstahl-WC erwartet einen in dem weißgefliesten Raum mit hohen Wänden nur noch ein kniehohes Bett. Von Tim Kronner

Warum es sich dabei aber trotzdem um die Komfortzelle handelt, wurde schnell klar, als man die Variante "Absolut sturzsicher" zu Gesicht bekam: In dem komplett kahlen Raum gibt es nichts, das höher als einige Zentimeter ist. Die Arrestierten müssen auf dem Boden liegen, die Stehtoilette erinnert an einen südfranzösischen Rastplatz. Hier will man seine Nacht lieber nicht verbringen - beeindruckend war der Anblick trotzdem - wie auch der neunjährige Florian Busse fand: "Die Knastzellen sind total cool."

Die Führung für Florian und die anderen Teilnehmer begann rund eine Stunde früher am Eingang der Polizeiwache. Dort demonstrierten die Polizisten Iris Hemmeter und Markus Dörner den 15 Teilnehmern zunächst die "Schleuse", bei der nur eine Tür auf einmal aufgeht. "So wird verhindert, dass beispielsweise ein Bewaffneter einfach bis in die Wache hineinkommt", erklärte Hemmeter. Dazu tragen auch die vielen Kameras bei, die rund um die und in der Wache hängen.

Weiter ging es in Richtung "Gefahrenabwehr-Raum". Dort gab es alles zu sehen, was die Polizei bei ihren Einsätzen braucht. Von Warnwesten über Helme und schusssichere Westen bis hin zu Waffen. "Ich hätte nicht gedacht, dass diese Westen so schwer sind", sagte Jan Busse. Rund acht Kilogramm bringt die Weste auf die Waage, wie Polizist Markus Dörner aufklärte. Unter seinen Augen durften die Besucher die Polizeiwaffen mal in die Hand nehmen, wenn auch nur schussunfähige Modelle.

Im Anschluss ging es nach draußen, wo der Fuhrpark der Wache untersucht werden durfte. Während die Kinder sofort in den Cockpits der blau-silbernen Wagen verschwanden, stellten die Erwachsenen Fragen. Dabei ging es vor allem um die Sorge, dass die Beamten von der neuen Wache aus die Einsatzorte nicht mehr so schnell erreichen könnten. Dörner musste zwar zugeben: "Vom einen bis zum anderen Ende des Einsatzgebietes braucht man 49 Minuten." Er konnte aber beruhigen, dass es sich dabei nicht um den Normalfall handele: "Es sind pro Schicht drei bis fünf Streifenwagen in den Städten unterwegs, die bei einem Notfall sofort zur Verfügung stehen."

Natürlich wurden noch viele weitere Fragen beantwortet - etwa zu Fahrten mit Blaulicht. "Diese versuchen wir zu vermeiden. Denn bei eingeschaltetem Blaulicht, ist man statistisch gesehen alle 17 Sekunden in Unfallgefahr", erklärte Dörner.

Vor dem Abschluss in den Zellen ging's dann noch zur erkennungsdienstlichen Behandlung. Die Fingerabdrücke werden dort noch ganz klassisch mit Tinte und Farbe genommen und erst danach digitalisiert.

Die Teilnehmer der Führung durften allerdings ohne Verhör die Führung beenden und verließen auch die Zellen unbeschadet wieder. Nicht nur deshalb kam diese Führung sehr gut an. "Es war wirklich klasse, mal hinter die Kulissen zu gucken", sagte Jan Busse zum Abschluss.

Quelle: RP
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