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Serie Berufstart In Leverkusen
Von Mängellehre und 120 Anschlägen

Serie Berufstart In Leverkusen: Von Mängellehre und 120 Anschlägen
Hat ihr Wissen aus der Ausbildung schon im privaten Alltag nutzen können: Fabienne Raiola wird Kauffrau für Büromanagement. FOTO: Uwe MIserius
Leverkusen. Das neue Ausbildungsjahr rückt näher, und die Bewerbungszeit für das nächste Jahr ist schon in den Startlöchern. Wir stellen Ausbildungsberufe in der Stadt vor. Heute: Kauffrau für Büromanagement. Von Ludmilla Hauser und Katharina Krämer

Den Jura-Teil ihrer Ausbildung findet Fabienne Raiola (22) ziemlich "tricky mit all den Klauseln, die sich teils widerlegen. Das ist für mich absolutes Neuland." Aber: Dieses Neuland hat der Auszubildenden zur Kauffrau für Büromanagement bei Currenta neulich ungemeine Dienste geleistet. Die 22-Jährige hatte ihr Handy kurz unter dem Wasserhahn abgewaschen - "die Handyfirma hat in der Beschreibung zum Gerät notiert: Das Gerät sei 30 Minuten unter Wasser haltbar" -, das war es aber nicht. Stattdessen dicker Wasserschaden.

Fabienne Raiola marschierte ins Geschäft des Anbieters, sagte, es läge ein Mangel in der Beschaffenheit des Geräts vor und das Unternehmen möge vom Recht auf Nachbesserung Gebrauch machen oder ihr ein neues Handy zur Verfügung stellen. "Das alles hätte ich vor der Ausbildung nicht gewusst", gibt Fabienne lachend zu.

Sie gehört zu den ersten Lehrlingen des Berufsbildes, das aus den Berufen Kauffrau für Bürokommunikation und Bürokauffrau zusammengesetzt wurde; ihre Ausbilderin Sandra Strasdat sagt: "Erst zum August 2014 ist das neue Berufsbild in Kraft getreten." Darin geht es unter anderem um Personalwesen, Rechnungswesen und Buchhaltung. "Es gibt fünf Lernfelder in den Bereichen Geschäfts- und Büroprozesse, etwa zu Beschaffungsvorgängen, EDV, Rechten von Käufern und Verkäufern, aber auch zur Ergonomie am Arbeitsplatz", berichtet die 22-Jährige. Ab dem zweiten Lehrjahr stehe auch Englisch auf dem Stundeplan. "Steno lernt man nicht mehr", schließt sie lächelnd an. Dafür Zehnfingerschreiben. "Dass man blind schreiben kann, erleichtert viele Arbeitsprozesse", merkt sie an. Nach einem Jahr gibt's eine Abschreibprobe, berichtet Strasdat: 120 Anschläge pro Minute und nicht mehr als sechs Fehler.

Fabienne Raiola hatte es erst mit zwei Semenstern Wirtschaftsmathematik probiert. Das Studium war der Hobbyreiterin aber zu trocken. Sie entschied sich für die Ausbildung, die drei Jahre in Anspruch nimmt, allerdings bei einem Notenschnitt von 2,49 und besser auf zweieinhalb Jahre verkürzbar ist. In ihrem Ausbildungsjahr setzte Currenta die Schwerpunkte auf Personalwesen und Assistenz, im kommenden Jahr liege der Schwerpunkt auf Veranstaltungsplanung verrät die Ausbilderin. Fabienne, die sich als bescheiden, verlässlich und aufgeschlossen beschreibt, verbringt in der Lehre fünf Monat in den beiden Schwerpunktbereichen, muss im Bereich Assistenz beispielsweise Dienstreisen planen, das Vorzimmer des Chefs organisieren.

Eine Übernahmegarantie gebe es freilich nicht, sagt Fabienne. Aber der Bedarf, sagt ihre Ausbilderin, ist allgemein da. "Das ist eine gute Ausgangsposition für die Zeit nach der Ausbildung."

Quelle: RP
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