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Leverkusen
Vor 125 Jahren zog Bayer an den Rhein

Leverkusen: Vor 125 Jahren zog Bayer an den Rhein
Dem Unternehmens-Namensgeber über die Schulter geschaut: Chemiepark-Leiter Ernst Grigat beäugt Gründungsvater Friedrich Bayer. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Am 5. Dezember 1891 kauft die Bayer AG von Carl Leverkus Flächen in Wiesdorf. Von Roman Zilles

Ernst Grigat wäre wohl nie so vermessen, sein Arbeitsumfeld mit dem Kölner Dom zu vergleichen. Aber beide, die große Kirche in der Nachbarstadt und das große Chemie-Werk in Leverkusen, dessen Leiter Grigat ist, verbindet eine charakteristische Gemeinsamkeit: Sie befinden sich in einem stetigen Wandel. Beziehungsweise: "Der Chempark ist nie fertig", sagt Grigat. Und genau das gleiche wird auch dem Dom gerne nachgesagt.

Das Werk in Wiesdorf ist seit mehr als 150 Jahren unvollendet. 1860 zog es Carl Leverkus nach Wiesdorf, er baute hier seine Ultramarin-Farbenfabrik auf. 31 Jahre später, am 5. Dezember 1891, kaufte eine Firma namens Bayer zunächst einen Teil von Leverkus' Firmengelände (später alles). Und da das Unternehmen bekanntlich gekommen ist, um zu bleiben, wird nun 125. Werks-Geburtstag gefeiert. Dass Bayer heute am Leverkusener Standort längst nicht mehr die allumfassende Rolle spielt, sei durchaus positiv zu sehen, sagt Grigat: "Es hat hier organisatorisch viele Veränderungen gegeben. Aber diese waren sehr zum Wohl für den Standort, die Mitarbeiter und die Stadt." Er selbst ist beim Chempark-Betreiber Currenta angestellt. Daneben gehen Firmen wie Lanxess oder neuerdings auch Covestro ihre Wege abseits der Bayer-Familie.

Mehr Repräsentativität geht kaum: Die Dimension des Sitzungssaals mit seiner gut sieben Meter hohen Decke ist nur mittels Weitwinkelobjektiv zu erfassen. FOTO: Miserius, Uwe (umi)

Wegen der zahlreichen Veränderungen im Laufe Unternehmensgeschichte wird das Geburtstagsjahr in Leverkusen als "125 Jahre Werk am Rhein" gefeiert. Unter dieser Überschrift soll vereint werden, dass das inzwischen auf rund 480 Hektar angewachsene Areal einst wie in Stein gemeißelt das "Bayer-Werk" war, heute der Chempark ist und auch mal Bayer-Chemiepark hieß.

Klar ist, dass es ein so prominenter Ur-Einwohner der Stadt bei einem runden Geburtstag nicht bei einer Veranstaltung bewenden lässt: So sollen mit Partner-Unternehmen Parkbänke gestaltet, im Sommer im Neulandpark präsentiert und im Anschluss im Stadtgebiet aufgestellt werden. Für 30 gebe es bereits Zusagen. "Die genauen Standorte sprechen wird derzeit mit der Stadtverwaltung ab. Aber jeder Stadtteil wird davon etwas haben", sagt Grigat. Am Donnerstag, 8. September, kommt es im Ulrich-Haberland-Stadion zu einem Aufeinandertreffen eines All-Star-Teams von Bayer 04 und einer Chempark-Auswahl. Für Herbst ist ein "Bürgertalk" in der Wiesdorfer Fußgängerzone geplant, bei dem Bürger ihre Meinungen rund um den Chempark vorbringen können. Den Abschluss bildet am 7. Dezember ein Festakt im Erholungshaus mit NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und anderen geladenen Gästen.

Das historische Verwaltungsgebäude wurde 1912 am Schwarzen Weg (heute: Kaiser-Wilhelm-Allee) gebaut, ist 150 Meter breit, steht seit 2004 unter Denkmalschutz und war bis 1963 die Zentrale der Bayer AG. FOTO: Miserius, Uwe (umi)

Sie könnten sich dann davon überzeugen, dass sich irgendwo im Werk die Kräne drehen, dass weiter investiert wird. "Da, wo sich Kräne drehen, ist ein guter Standort", sagt Grigat. Schließlich heißt es vom Kölner Dom, dass die Welt untergehe, wenn der mal fertig sei. Ob es sich mit dem Chempark genauso verhält, ist nicht überliefert. Aber die Verantwortlichen wollen es vermutlich nicht drauf ankommen lassen.

Quelle: RP
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