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Leverkusen
Vorwurf: CDU will Gegner ins Aus drängen

Leverkusen. Die Leverkusener CDU-Fraktion präsentiert sich derzeit als eine zerstrittene bis lustlose Gruppe. Zu Fraktionssitzungen erscheinen oft überraschend wenige Ratsvertreter, Beschlüsse werden eher von einzelnen Führungsleuten getroffen als gemeinsam erarbeitet, lautet eine Kritik von Christdemokraten. Der härteste Vorwurf zur CDU Leverkusen landete diese Woche in unserer Redaktion: CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Eimermacher besitze eine Namensliste mit "unerwünschten Personen". Eimermacher und Mitstreiter würden jetzt die Liste, die noch aus der Zeit von Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn stammen soll, abarbeiten, damit diese Personen ins Aus gedrängt würden. Von Ulrich Schütz

Thomas Eimermacher wies die "Unterstellung" gestern vehement zurück: "Ich habe definitiv keine Liste, ich arbeite deshalb auch keine ab", betonte der CDU-Fraktionschef empört und schob nach: "Es wird ja immer doller." Der Küppersteger Politiker bestätigte allerdings, dass seine Fraktion nach der verlorenen Oberbürgermeisterwahl in einer schwierigen Findungsphase stehe. "Es herrscht so etwas wie maximale Unruhe." Wenn die CDU, die die stärkste Fraktion im Rat bildet, nicht so schnell wie möglich ihre Ziele finde, "dann wird es schwierig", sagt Eimermacher, der seine Fraktion zudem in einem problematischen Umfeld führen muss: Die CDU kooperiert zwar mit der Fraktion der Grünen und mit OpladenPlus, trotzdem verfügt diese Ratskoalition nicht über die Mehrheit im Stadtrat. Und jetzt sitzt auch noch ein SPD-Mann auf dem Oberbürgermeistersessel. Sicher ist sich Eimermacher bei dieser anstehenden Personalie: der Wiederwahl von Wolfgang Mues als Chef der Wohnungsgesellschaft (WGL). Diskutiert wurde darüber in der CDU-Fraktion nicht. "Es bestand kein Bedarf", sagte Eimermacher.

Möglicherweise kocht jetzt viel hoch, weil morgen CDU-Kreisparteitag ist. Der bisher kämpferisch aufgelegte Ratsherr Andreas Eckloff hat zumindest für dieses Treffen keine Angriffe vor, wie er gestern versicherte. Für den Kreisvorstand kandidieren nur der Rheindorfer Rüdiger Scholz und Rudi Pawelka. Unruhe droht aber weiter aus dem Schlebuscher Raum um den ehemaligen Ratsherrn Ulrich Wokulat.

Quelle: RP
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