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Nach Abgasskandal
Leverkusener Lungenarzt stellt Strafanzeige gegen VW

VW Abgasskandal: Leverkusener Lungenarzt stellt Strafanzeige
Ein Leverkusener Allergologe will Anzeige gegen Volkswagen stellen. Er wirft dem Konzern gewerbsmäßigen Bandenbetrug vor. FOTO: ap
Leverkusen. Ein Arzt aus Rheindorf hat Strafanzeige gegen Vorstandsmitglieder und Aufsichtsräte von Volkswagen gestellt. Der Konzern habe die Gesundheit unbeteiligter Menschen gefährdet.

Der Diesel-Abgasskandal bei VW ruft nun auch einen Leverkusener Lungenarzt auf den Plan. Der Rheindorfer Allergologe Norbert Karl Mülleneisen hat nach eigenen Angaben Strafanzeige gegen Vorstände und Aufsichtsratsmitglieder von VW, Audi und Porsche wegen fortgesetztem gewerbsmäßigem Bandenbetrug, gemeingefährlicher Vergiftung, Luftverunreinigung und schwerer Körperverletzung  bei der Kölner Generalstaatsanwaltschaft  gestellt.

Er wirft zwölf namentlich genannten Mitgliedern sowie weiteren Verantwortlichen aus den drei Unternehmen vor, "in Autos, die zum öffentlichen Verkauf bestimmt sind, eine Software eingebaut zu haben die gesundheitsschädliche Abgase vertuscht und dadurch eine schwere Gesundheitsschädigung einer großen Zahl von Menschen verursacht zu haben". Die Software habe 15 bis 35-fach höhere Schadstoffe auf der Straße als im Testmodus verursacht und so Tausende Tonnen von gefährlichen Umweltgiften in die Luft geblasen. "Atemwegserkrankungen, Asthma und Atemwegsallergien nehmen nachweislich zu, insbesondere wenn Menschen nahe an den Hauptverkehrsstraßen wohnen", teilt er in der Anzeige mit. Er selbst könne belegen, dass die Zahl von Atemwegserkrankungen in Leverkusen zugenommen habe, die nicht auf Nikotin zurückzuführen seien. "Diese Patienten waren jedoch, oder sind noch, Feinstaub und Stickoxid an vielbefahrenen Straßen ausgesetzt."

Darüber hinaus hätten die Genannten als Mitglied einer Bande, die gewerbsmäßig sich und Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil verschaffen wollte, die Gesundheit unbeteiligter Menschen beschädigt, indem sie durch Vorspiegelung falscher und Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt hätten. "Sie haben durch fortgesetzten Betrug, Täuschung und Irreführung über Jahre hinweg mit hoher krimineller Energie bei verschiedenen Automodellen und Automarken unter Beteiligung vieler Verantwortlicher VW-Mitarbeiter schweren Schaden angerichtet", schreibt Mülleneisen.

(sug)
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