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Leverkusen
Wahre Musiktalente

Leverkusen: Wahre Musiktalente
Auch Helena Alexandra Schulze an der Oboe präsentierte sich im Forum. FOTO: uwe Miserius
Leverkusen. Die regionalen Preisträger von "Jugend musiziert" beeindruckten beim Abschlusskonzert. Von Monika Klein

Musik habe etwas mit Muße zu tun, mit In-sich-selbst-schauen und sei frei von Zweck, behauptete Matthias Fromageot, stellvertretender Leiter der Musikschule. Bewusst hat er wohl bei seiner Begrüßung zum Preisträgerkonzert von "Jugend musiziert" den Leistungsgedanken vernachlässigt. Dass hier nicht nur Naturtalente auf der großen Forum-Bühne standen, das wussten die jungen Musiker, deren Lehrer und Verwandte im Publikum sowieso. Wer so sicher und souverän die schnellen Passagen von Mendelssohns "Lied ohne Worte" für Violoncello und Klavier D-Dur op. 109 herunterspielt wie das Duo Helene Wolf und Fabian Steinmetz, das dieses Konzert am Samstagnachmittag eröffnete, der hat auf jeden Fall viel Zeit auf das Üben verwendet. Nicht alleine auf den eigenen Part, sondern auch auf Zusammenspiel, stilistische Korrektheit und Ausdruck. In der Vorbereitung auf einen Wettbewerb sicher nicht frei von Zweck, aber auch nicht nur aus Ehrgeiz und Pflichtbewusstsein.

Musik befreit und kann Dinge vermitteln, für die es keine passenden Worte gibt. Jedenfalls wenn man so gut vorbereitet ist wie die Preisträger, die sich Anfang März in Wuppertal erneut von einer fachkundigen Jury beurteilen lassen, dann im Wettbewerb mit den Besten aus allen Regionen NRWs. Insofern war das Konzert im Forum eher eine leichte Übung für die Mitwirkenden, deren Niveau nicht nur Rainer Schwarz beeindruckte, den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse, die wie in den Vorjahren die Veranstaltung gesponsert hat.

Aus einer Wettbewerbsliste ein rundes und vielseitiges Konzertprogramm zu zimmern, ist eine andere Herausforderung, die Fromageot als Regionalvorsitzendem von "Jugend musiziert" gelungen ist. Da galt es nicht nur die Leverkusener Preisträger zu berücksichtigen, sondern auch die aus Remscheid, Wuppertal und Solingen, die ihre Kandidaten in den Regionalentscheid Bergisch Land geschickt hatten. Es sollten möglichst alle Altersgruppen und Schwierigkeitsgrade vertreten sein, möglichst viele unterschiedliche Instrumente, Musikstile und Epochen und dabei die Zeit von 90 Minuten nicht überschreiten. Und genau das erlebten die Zuhörer im Saal, so dass es selbst den Jüngsten nicht langweilig wurde.

13 Solisten beziehungsweise Duos präsentierten sich dort mit weitgehend unbekannten Stücken, viele zeitgenössische waren dabei. Und der junge Wuppertaler Gitarrist Kareem Ghali spielte sogar eine eigene Komposition. Zu den Jüngsten (Altersgruppe I) gehörten die Brüder Julius und Maximilian Gruber, die am Klavier vierhändig Stücke von Clementi und Schubert spielten. Überhaupt traten einige Geschwister-Duos auf wie Yann Otto Spinelli und seine Schwester Emma an Trompete und Klavier aus Solingen. Mit ausdrucksvoller Romantik bezauberte die Querflötenschülerin Friederike Schneider, die ebenso in Leverkusen unterrichtet wird wie die Sängerin Naila Ammann, die witzige, aber anspruchsvoll arrangierte Liedtexte souverän in den Saal stellte.

Wie das Konzert begonnen hatte, so klang es auch aus: mit Cello und Klavier, jetzt von Charlotte Bachus und Katinka Langenohl aus Remscheid, die wie alle anderen ihre Fahrkarte zum Landeswettbewerb in Wuppertal in der Tasche haben.

Während der Veranstaltung im Forum-Saal wurden Namen, Instrumente und Punkte aller Teilnehmer des Regionalwettbewerbs eingeblendet.

Quelle: RP
 
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