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Leverkusen
Warum Fransen an den Minirock mussten

Leverkusen. Im März 1966 haben sie in Opladen das sogenannte Frauenoberschulbitur am städtischen Mädchengymnasium, der früheren Ina Seidel-Schule, absolviert. Diesen Schultyp, bei dem unter anderem naturwissenschaftliche, hauswirtschaftliche, sozialpädagogische und musisch-werkliche Fächer wie Handarbeit und Kochen unterrichtet wurden, gab es seit 1961 in der ehemaligen Kreisstadt Opladen. Von Gabi Knops-Feiler

In den jeweiligen Fächern absolvierten die damaligen Schülerinnen dann auch ihre Reifeprüfungen. Im Volksmund wurde der Abschluss bisweilen auch als "Puddingabitur" bezeichnet. "Absolventinnen dieser Schulart pflegen gern Sozialberufe zu ergreifen", berichtete damals die Tageszeitung. So war es aber ganz und gar nicht, denn die meisten Frauen dieser Klasse wurden später Grundschullehrerinnen, berichteten sie, als sich zwölf von einst 19 Abiturientinnen zum ersten Mal nach zehn Jahren wiedersahen. Eigens dazu hatten einige von ihnen weite Anreisen aus Paris, Berlin, Nürnberg und dem Schwarzwald auf sich genommen. Zum 50-jährigen Abitur hatten die Organisatorinnen Renate Rüter-Nork und Uschi Engels-Steffens den Hausmeister der Schule Uwe Höcky gebeten, sie noch einmal durch die Räume ihrer alten Schule zu führen. Im früheren Klassenraum frischten sie alte Erinnerungen auf.

Diese Geschichten waren nicht immer nur positiv. So erinnerte sich Uschi Engels-Steffens beispielsweise daran, dass sie die damalige Minirock-Mode voll auslebte. Deshalb wurde sie zu Direktorin Marta Hecht bestellt und gebeten, so nicht mehr in die Schule zu kommen. Doch die junge Frau wusste sich zu helfen: Kurzerhand nähte sie Fransen an den Rock - und schon war alles wieder in Ordnung.

Quelle: RP
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