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Leverkusen
Warum James Bond Opladen besucht

Leverkusen: Warum James Bond Opladen besucht
Walter Montkowski (l.), Reinhold Braun (2.v.r.) und Ernst Küchler (r.) zeigen einige Schätze aus der Ausstellung, darunter ein altes Opladener Stadtschild, Sean Connery als James-Bond-Figur und eine originale RP-Druckplatte. FOTO: U. Miserius
Leverkusen. Am Sonntag eröffnen die drei örtlichen Geschichtsvereine in der Villa Römer ihre Gemeinschafts-Ausstellung "Zeitung Buch Film" über die Mediengeschichte an Rhein und Wupper. Von Monika Klein

Als Reinhold Braun vor vier Jahren die erste Idee zu einer Ausstellung über Autoren aus Leverkusen und Umgebung hatte, ahnte er wohl nicht, wie umfangreich das werden sollte. Das Thema wurde breiter gefasst, und alle drei in der Villa Römer beheimateten Geschichtsvereine erarbeiteten eine Präsentation zur lokalen Mediengeschichte. Am Sonntag ist Eröffnung, gestern wurden noch die letzten Schautafeln fertiggestellt und die Vitrinen gefüllt.

Wenn die Besucher den Hauptraum betreten, werden sie erstaunt sein, wie viele Autoren in Leverkusen, Leichlingen, Monheim und Langenfeld beheimatet sind. Walter Montkowski von der Stadtgeschichtlichen Vereinigung zeichnet für diesen Bereich verantwortlich und hat bewusst noch Platz an der Wand gelassen, zum Nachrüsten. Wahrscheinlich ist die Auflistung nicht vollständig, denn die Recherche war schwierig. Bis zuletzt wurden noch Autoren aufgenommen, beim Presserundgang fielen weitere Namen und die Ausstellungsbesucher werden sicher noch mehr beitragen. Versammelt ist das ganze Spektrum an Genres und Qualitäten vom Kinderbuch bis zum Geschichtsband. Mit Annette Langen ist sogar eine Autorin dabei, deren Kinderbuchfigur Felix eine Briefmarke gewidmet wurde.

Die Geschichte der Zeitung in Opladen, (Alt-)Leverkusen und Umgebung hat Reinhold Braun, Vorsitzender des Bergischen Geschichtsvereins, zusammengefasst. Während in Opladen vor dem Krieg der evangelisch ausgerichtete "Verkündiger" auf das katholische Pendant "Der Bote" traf, schossen nach 1945 diverse neue Zeitungen aus dem Boden, herausgegeben von sämtlichen Parteien. Die Meisten sind bald wieder eingestellt worden. Neben einer originalen Druckplatte der Rheinischen Post ist ein kompletter Zeitungsband von 1906 ausgestellt, der anschließend in den Besitz des Stadtarchivs übergeht. Von dort erhielten die Stadthistoriker umgekehrt wichtige Dokumente und Informationen für diese Schau. Als Seitenthema hat Ernst Küchler, Opladener Geschichtsverein, die Gebietsreform (Fusion Opladen/Leverkusen) in den Jahren 1974/75 in den Blick genommen und im Spiegel der örtlichen Presse dargestellt.

Ein weiterer Bereich ist dem Verlagswesen in Leverkusen gewidmet. Davon gab es zwischen Rhein und Wupper erstaunlich viele, von denen aber nur noch wenige existieren. Unter anderem der Kleinschmidtverlag, der nach dem Krieg diverse Groschenhefte von Jugendliteratur bis zum Liebesroman druckte. An Middelhauve werden sich die meisten noch erinnern, von der Verlagsbuchhandlung, die Walter Gottschalk 1947 in Schlebusch gründete, hat immerhin die Buchhandlung bis heute überlebt.

Im Raum "Kino" ist die wechselvolle Geschichte der Opladener, Leverkusener und (besonders ausführlich) der Leichlinger Lichtspielhäuser dokumentiert. Da schwingt ein Hauch von Nostalgie mit angesichts der historischen Filmplakate im A-4-Format, die Stellwände mit Fotos, Dokumenten und Beschreibungen säumen. Die Stadtbibliothek ergänzte die Ausstellung mit einem kleinen Raum über das veränderte Leseverhalten der Bürger. Eröffnung Sonntag, 15. November, 11 Uhr, Villa Römer, Haus-Vorster-Straße 6, Öffnungszeiten: samstags 15-18 Uhr, sonntags 11-16 Uhr.

Quelle: RP
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