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Leverkusen
Wenn das Amt viereinhalb Jahre einen Radweg plant

Leverkusen: Wenn das Amt viereinhalb Jahre einen Radweg plant
Fuß- und Radweg, wo bleibst Du? Für die Planung eines solchen am Krummer Weg braucht die Stadt schon mehr als vier Jahre, klagt Ratsherr Paul Hebbel. FOTO: UM
Leverkusen. Wie lange brauchen "Wir in Leverkusen", um einen Fuß- und Radweg zu erstellen, der 132 m lang und 2,50 m breit ist? Antwort: Bis heute viereinhalb Jahre. Ein CDU-Ratsherr denkt für uns einmal laut. Ein Gastbeitrag.  Von Paul Hebbel

Das ist die Zeit, in der man locker auch ein Olympiastadion in München (Bauzeit von 1969 bis 1972) einen Fernsehturm in Köln (Bauzeit 1978 bis 81) oder die 935 Meter lange Moseltalbrücke im Verlauf der A61 (Bauzeit 1969 bis 1972) fertigstellen kann. Die Internationale Raumstation ISS hat in dieser Zeit dutzendfach ihre Besatzung gewechselt.

Nach der Klärung einiger Vorfragen (Eigentumsverhältnisse, Nutzungsintensität usw.) stellten wir am 13. Februar 2012 den Antrag, einen Fuß- und Radweg an der Landstraße 219 (Krummer Weg) zwischen "Ropenstaller Weg" und "In der Wasserkuhl", ganz wesentlich auch mit dem Zweck der Schulwegsicherung, zu errichten. Schon am 15. März 2012, also nur kurze Zeit später, kam es zu einem klaren Beschluss der Bezirksvertretung. Das politische Handeln erfolgte also erfreulich zügig. Die Verwaltungsabläufe danach spotten allerdings jeder Beschreibung. Neben der Klärung von Finanzierungsfragen war es in mehr als zwei Jahren nicht möglich, eine Abstimmung mit dem Landesbetrieb Straßenbau herbeizuführen.

Am 13. November 2014 schließlich gab es eine Mitteilung darüber, dass die Maßnahme inzwischen in das Programm "Radwege an bestehenden Landesstraßen" aufgenommen wurde. Zurzeit erfolge die Abstimmung mit dem Landesbetrieb Straßenbau. Ziel sei es, die Maßnahme 2015 umzusetzen... Im April 2016 hieß es, die Ausführungsplanung werde zurzeit erstellt, müsse aber noch mit dem Landesbetrieb Straßenbau abgestimmt werden. Anschließend gingen die Unterlagen zur weiteren Bearbeitung (Ausschreibung und Vergabe) an die Technischen Betriebe.

Im Juli bzw. August 2016 kam dann die Mitteilung, auf Anforderung des Fachbereichs Umwelt müsse kurzfristig noch eine artenschutzrechtliche Prüfung beauftragt, deren Ergebnis und die Planung am 27. September im Landschaftsbeirat behandelt werden. Nach dieser Endabstimmung soll die Maßnahme im 4. Quartal dann umgesetzt werden.

Paul Hebbel ist ehemaliger Leverkusener Oberbürgermeister und CDU-Ratsherr. FOTO: Miserius, Uwe

Bilden Sie sich selbst Ihr Urteil! Politische Beschlusslage innerhalb von zwei Monaten; Planung nach vier Jahren noch nicht abgeschlossen; Ausführung ab dem 4. Quartal 2016, dann fast fünf Jahre nach dem politischen Beschluss.

Besonders pikant ist es, dass nach vier Jahren jemand auf die Idee kommt, für einen bisher mit Rüben und Bohnen unter Einsatz von Fungiziden, Pestiziden und Herbiziden bewirtschafteten Acker eine artenschutzrechtliche Prüfung zu beauftragen.

Es lebe der Amtsschimmel und der Dienst nach Vorschrift!!!

Quelle: RP
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