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Leverkusen
Wenn der Rhein zum Mississippi wird

Leverkusen: Wenn der Rhein zum Mississippi wird
Große Freundschaft Kapitän Edwin Bosma und Wolfgang Orth. FOTO: Miserius Uwe
Leverkusen. Auch die 36. Ausgabe des River-Boat-Shuffle von Jazz Lev am Samstag war wieder einmal ausgebucht. Von Bastian Quednau

Die Tische in den unteren Etagen sind bereits alle besetzt, und auch an Deck ist es nun schwer, noch einen freien Platz zu finden. Als die MS Eureka am Samstag um 20 Uhr ausläuft, ist sie voll besetzt, und bereit für ihre vier Stunden lange Reise. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine einfache Flusskreuzfahrt, sondern um die 36. Ausgabe des River-Boat-Shuffle.

Bei dieser Veranstaltung des "Jazz Lev" spielen insgesamt vier Bands abwechselnd auf zwei verschiedenen Bühnen. Die Idee zu diesem Konzert auf dem Wasser entstammt einem US-amerikanischen Vorbild, wie Wolfgang Orth, Veranstalter und erster Vorsitzender des "Jazz Lev" erzählt: "Es gab bereits ähnliche Veranstaltungen auf dem Mississippi, und da dachten wir, so etwas brauchen wir hier in Leverkusen auch."

Auch für die Bands ist es immer wieder etwas Besonderes, auf einem Schiff zu spielen. Es ist manchmal eine echte Herausforderung, bei stärkerem Wellengang das Gleichgewicht zu halten, berichten sie. FOTO: uwe miserius

Die Plätze auf dem Schiff sind heiß begehrt - sowohl bei den Gästen, als auch bei den Bands. Zwischen 50 und 100 Musikgruppen bewerben sich jedes Jahr für die vier freien Plätze. Die Musik ist dabei schon längst nicht mehr nur auf Jazz beschränkt. Auch andere Genres, wie zum Beispiel Blues, Folk und Rock, finden hier problemlos ihren Platz.

Doch es ist nicht nur die musikalische Untermalung, die die Menschen Jahr für Jahr auf das Schiff strömen lässt. Ebenso dafür verantwortlich ist die Atmosphäre an Bord.

Es wird getrunken, gelacht, getanzt und viel erzählt. Manchmal läuft man zufällig Freunden über den Weg oder trifft Leute, die man schon in den Jahren zuvor getroffen hat.

Auch für Kapitän Edwin Bosma ist dies immer wieder ein besonderes Erlebnis. Um dabei zu sein, hat er dieses mal sogar extra seinen Urlaub verschoben.

Doch auch viele Besucher freuen sich immer wieder auf die Konzerte. "Seit fünf bis sechs Jahren komme ich mit Freunden hier hin", berichtet Karin Müller, mittlerweile regelmäßige Besucherin des River-Boat-Shuffle. "Für Leverkusener ist dies eine Pflichtveranstaltung. Hier spielen super Bands und ich bin jedes Jahr wieder begeistert. Mittlerweile ist das Festival hier schon Kult."

Und auch für die Bands, die auf dem Schiff auftreten, ist dies etwas Besonderes. "Wir spielen jetzt zum vierten Mal hier - und es ist immer wieder geil", sagt Paul Perlejewski, Gitarrist und Banjospieler der Band "Garden of delight". "Wir bestreiten ungefähr 120 Konzerte im Jahr, aber es ist immer wieder etwas anderes, auf einem Schiff zu spielen. Es ist manchmal eine echte Herausforderung, bei stärkerem Wellengang das Gleichgewicht zu halten."

Am Ende des Abends zeigt sich auch Veranstalter Wolfgang Orth zufrieden. "Heute hat alles super geklappt", blickt er rundum glücklich zurück. "Viele Leute kommen zu mir und sagen mir wie schön sie es fanden und dass sie nächstes Jahr wiederkommen wollen. Das ist doch immer wieder eine schöne Bestätigung."

Quelle: RP
 
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