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Leverkusen
Wenn Wasser die Straßen unterspült

Leverkusen: Wenn Wasser die Straßen unterspült
Der Rohrbruch in der Bebelstraße (Küppersteg) wurde in der Nacht zu Freitag entdeckt. Da die Fahrbahn unterspült wurde, ist mit einer längeren Straßensperrung zu rechnen. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Ein Teil der Bebelstraße in Küppersteg ist wegen eines Wasserrohrbruchs gesperrt. Die Straße wurde unterspült. Busse der Linie 204 werden umgeleitet. Die Sperrung wird wohl länger dauern. In Alkenrath ist auch eine Straße unterspült. Von Sebastian Fuhrmann, Susanne Genath und Ulrich Schütz

Auf einem Teil der Bebelstraße ist vorerst kein Weiterkommen. Wie die Energieversorgung Leverkusen (EVL) mitteilte, kam es in der Nacht zu gestern gegen 3.30 Uhr zu dem Rohrbruch. Daraufhin wurde die Straße zwischen den Hausnummern 40 und 64 gesperrt und ist zwischen Lycker Straße und Karl-Marx-Straße nicht befahrbar. EVL-Techniker und Bauarbeiter waren gestern vor Ort, um die Wasserversorgung der angrenzenden Häuser wiederherzustellen. 25 Familien waren zeitweise ohne Wasser. "Allerdings ist die Straße unterspült worden und muss erst wieder hergestellt werden", sagt EVL-Sprecher Stefan Kreidewolf. Das werde auf jeden Fall das Wochenende über dauern. Bei ähnlichen Baustellen der EVL in der Vergangenheit waren allerdings mehrere Wochen nötig.

Auch die städtischen Technischen Betriebe Leverkusen (TBL) haben derzeit ein Problem mit einer unterspülten Straße: in Alkenrath. Unter der Fahrbahn der Karl-Friedrich-Goerdeler-Straße (führt zum ehemaligen Bayer-Reitstall-Gelände, auf dem heute Wohnhäuser stehen) hat sich ein Hohlraum gebildet, der von einem aufmerksamen Anwohner entdeckt wurde. Er sah erst ein nur faustgroßes Loch im Asphalt, steckte einen Zollstock hin-ein und staunte: Unter der Fahrbahn war bis auf knapp einen Meter Tiefe große Leere, darunter weicher Boden. Die alarmierte Feuerwehr sperrte die Gefahrenstelle.

Auf der Gasstraße in Solingen hatte sich 2010 ein Loch aufgetan ... FOTO: Kempner Martin

Der Hohlraum ist durch das defekte Anschlussrohr eines Gullys entstanden. Der Regenwasserkanal ist 58 Jahre alt und beim Bau der Bayer-Siedlung angelegt worden. Bei der Kontrolle durch eine Kanalkamera wurden weitere schadhafte Gullys entdeckt, berichtete gestern TBL-Vorstand Wolfgang Herwig auf Anfrage, deshalb besteht die Gefahr weiterer Unterspülungen. Momentan ist das hohle Straßenstück mit einer großen Stahlplatte abgedeckt.

Wie groß solche Ausspülungen werden können, hatte vor einigen Jahren ein Fall in Solingen gezeigt. Dort war die Straße direkt vor dem Straßenverkehrsamt weggebrochen, kurz nachdem ein Kleinlaster darüber gefahren war. Das zunächst nur 1,5 Meter breite Loch in der Asphaltdecke entpuppte sich als wahre Fallgrube: Bei der Untersuchung stießen die Straßenbauer darunter auf ein rund 5,5 Meter tiefes Loch, das nur noch von der Straßendecke bedeckt war. Auch hier war ein defektes Rohr eines Gullys die Ursache. Wasser schwemmte regelmäßig Erdreich weg.

... das 5,5 Meter tief war. Grund: ein undichter Gully. FOTO: mak (Archiv)
Quelle: RP
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