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Leverkusen
Westdeutsche Sinfonia Leverkusen spielt Beethoven - fürs Wohnzimmer

Leverkusen. Der KlassikSonntag hat sich in den vergangenen Jahren als erfolgreiches Format bewährt. Insbesondere die multimedialen Einführungen, die jeweils am Vormittag einem Konzert der Westdeutschen Sinfonia Leverkusen vorausgehen, sind ausgesprochen beliebt. Viele Musikliebhaber wünschen sich Informationen zu Stücken und Komponisten, sie wollen mehr wissen über die Werke im Programm. Von Monika Klein

Dirk Joeres war Musikvermittlung immer sehr wichtig. Als Dirigent, der mit seinem Orchester eine ansprechende und lebendige Interpretation erarbeiten möchte, sowieso. Aber genauso für das mündige Publikum, getreu seinem Motto: Wer mehr weiß, der hört auch mehr.

Insofern war es eigentlich eine nur logische Fortsetzung, einer neu eingespielten CD als Bonusmaterial eine DVD mit Erläuterung beizufügen. Im Leverkusener Forum hat er mit der Westdeutschen Sinfonia die erste und zweite Symphonie Ludwig van Beethovens eingespielt. Dieser Aufnahme, die im Label Heritage erschien, ist eine 45 Minuten lange DVD beigefügt, auf der Joeres über Beethoven-Sinfonien im Allgemeinen und die spezielle Machart jedes einzelnen Satzes im Besonderen spricht. Erklärungen werden immer wieder durch Klangbeispiele ergänzt.

Außerdem bringt Joeres seinen Hörern den Komponisten näher, macht deutlich, wie er mit sich und dem Notenmaterial gerungen hat. Leider gibt es weder Untertitel, noch lässt sich eine deutsche Fassung einstellen. Das war letztlich eine Kostenfrage, erläutert Joeres. Und in englischer Sprache lasse sich die CD/DVD weltweit vermarkten.

Immerhin ist das umfangreiche Booklet, in dem der Text größtenteils abgedruckt ist, zweisprachig. So dass auch jeder folgen kann, der des Englischen nicht so mächtig ist.

An welche Zielgruppe richtet sich diese Neuerscheinung? Neben dem Bemühen, junge Menschen in Konzerte zu locken und sie mit klassischer Musik vertraut zu machen, habe man auch bei der älteren Generation noch viel Arbeit zu leisten, sagt Joeres.

Er will mehr bieten als nur den passiven Hörgenuss, hofft stattdessen auf die aktive Auseinandersetzung mit der Musik. Darauf setzt er, wenn er mit seinem Orchester an guter Durchhörbarkeit, an sorgsam herausgearbeiteten Details oder am Charakter arbeitet, wie es auch auf dieser CD der Fall ist. Andererseits will er jene ansprechen, die den intellektuellen Zugang zur Musik schätzen.

Die Aufnahme der ersten beiden Beethoven-Sinfonien ist als Beginn einer Serie gedacht, allen soll eine Erklärungs-DVD beigelegt sein. Im September wird Beethovens Dritte, die "Eroica", eingespielt. Die ist dann übrigens auch beim ersten KlassikSonntag der neuen Spielzeit von KulturStadtLev am 25. September um 18 Uhr zu hören, in Kombination mit dem dritten Klavierkonzert Beethovens.

Quelle: RP
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