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Leverkusen
WGL steckt Geld ins Barrieren-Beseitigen

Leverkusen: WGL steckt Geld ins Barrieren-Beseitigen
Schwellenloser Zugang im WGL-Mehrfamilienhaus in Rheindorf etwa für die Eheleute Malyi. WGL-Chef Wolfgang Mues und Oberbürgermeister Uwe Richrath schauten sich beim Ortstermin das Ergebnis des Umbaus an. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Die Wohnungsgesellschaft Leverkusen, kurz WGL, setzt auf Barrierefreiheit auch in Mehrfamilienhäusern. Ein Beispiel aus Rheindorf. Von Tobias Brücker

Man stelle sich vor: Bereits vor der Eingangstür stört eine kleine Erhöhung, die ein älterer Mensch mit einem kleinen Kraftakt und dem Rollator noch ganz gut überwinden kann. Beim Hineingehen in das Mehrfamilienhaus warten dann jedoch acht Treppenstufen, allein um ins Erdgeschoss zu gelangen - eine nahezu unüberwindbare Barriere.

So oder so ähnlich ergeht es vielen Menschen in ganz Deutschland. Und eben auch in Leverkusen. In einem Mehrparteienhaus der Wohnungsgesellschaft Leverkusen (WGL) an der Insterstraße in Rheindorf hat diese nun reagiert. Die Bewohner erhielten vor kurzem einen barrierefreien Zugang ins Innere des Hauses. Der Aufzug ist nun endlich ohne das Steigen von Treppenstufen oder andere Hindernisse erreichbar - eine überfällige, bauliche Maßnahme.

"Eine Option wäre es gewesen, an den acht Treppenstufen im Eingangsbereich einen Treppenlift zu installieren", erzählte WGL-Geschäftsführer Wolfgang Mues bei der gestrigen Besichtigung der erneuerten Bereiche. Das sei allerdings aufgrund der Enge im Treppenhaus nicht möglich. So also geht es nun durch den Hintereingang in das 48-Parteien-Haus.

Ehemals befand sich dort ein Müllraum. Die großen Mülltonnen sind nun im Hof untergebracht, der Raum ist nur noch ein barrierefreier Durchgang zum Aufzug. Zur Tür im Hof führt eine Rampe. "Diese besitzt eine Steigung von sechs Prozent", sagte Mues - der maximal zulässige Wert. Des Weiteren wurde der Lift modernisiert, in seiner Breite und Länge vergrößert. Er ist jetzt knapp zwei Meter lang. "Früher, das muss man sich vorstellen, war der Raum nur halb so groß", betonte der WGL-Chef. Ein Aufzug außerhalb des Hauses wäre nur mit dem Wegfall von Wohnungen verbunden und daher nicht umsetzbar gewesen.

Insgesamt stehen in dem Wohnhaus 3300 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Die Miete, die zwischen 5,20 und 6,25 Euro pro Quadratmeter liegt, hat sich nicht erhöht. Auch die Wohnungen hat die WGL teilweise modernisieren lassen. Bewohner sollen sich aber melden, brauchen sie eine altersgerecht eingerichtete Badewanne oder Dusche. "Einen Teil übernimmt die Krankenkasse." Bei langjährigen Mietern sei man bereit, die Restkosten zu übernehmen, versprach Mues. 307.000 Euro kosteten die Umbaumaßnahmen im Rahmen des Modernisierungsprogramms 2015/2016. Acht Monate haben sie gedauert.

Oberbürgermeister Uwe Richrath kritisierte beim Ortstermin derweil andere Wohnbaugesellschaften. Sie machten große Gewinne, hielten ihre Gebäude allerdings lediglich instand, "modernisieren sie aber nicht". Die WGL sei mit einer Modernisierungssumme von 27 Euro pro Wohnung (gerechnet auf alle Gebäuden der WGL) bei dem Thema im "absoluten Spitzenbereich".

Quelle: RP
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