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Leverkusen
Widerstand gegen Gasleitung wächst

Leverkusen: Widerstand gegen Gasleitung wächst
Treffen mit hörbar gereizter Stimmung: Brigitte Zastrow (r.) trug die Sorgen der Anwohner vor, Politiker Peter Ippolito (l.) hörte zu. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Der Widerstand gegen die geplante Hochdruck-Erdgasleitung von Hitdorf nach Bergisch-Gladbach wächst auch oberhalb der Waldsiedlung. In Meckhofen nahe der B 51 trafen sich am Donnerstag Anwohner mit der Politik, um das Thema zu diskutieren. Von Ludmilla Hauser und Gabi Knops-Feiler

Pikant: Treffpunkt war ein gelber Markierungspfosten einer bestehenden Gasleitung. "Ähnlich wie in der Waldsiedlung ist die geplante Trasse für die Erdgas-Hochdruckleitung viel zu dicht an unserem Wohngebiet", klagt Brigitte Zastrow, die für die Nachbarn als Wortführerin fungiert. "Unsere politischen Entscheider haben das Problem in Meckhofen, anders als in der Waldsiedlung, bisher erfolgreich ignoriert." Auch hier kritisieren die Nachbarn unter anderem: "Warum wurde nicht daran gedacht, dass hier für die Meckhofener Kinder der Schulweg entlang führt?"

Die Stimmung unter den rund 20 Meckhofenern war hörbar gereizt. Zastrow: "Hier läuft bereits eine kleinere Gasleitung, die neue soll parallel laufen und hätte 90 Zentimeter Durchmesser, 70 bar Druck, das entspricht einer Wassersäule von 700 Metern. Wenn da was passiert, wäre das ganze Gebiet betroffen." Peter Ippolito (SPD) antwortete: "Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens gab es keine Einsprüche. Ich kann Ihnen keine Hoffnung machen. Die Stadt kann zwar klagen, aber die Anwälte sagen, das hätte so gut wie keinen Erfolg." Zastrow konterte: "Die Stadt hat eine klare Fehlentscheidung getroffen." Ippolito versuchte, nüchtern zu beruhigen: In den vergangenen zehn Jahren habe es zwei Unfälle mit Gasleitungen gegeben, dabei seien keine Menschen zu Schaden gekommen. "Es nutzt nichts, wenn ich Ihnen Sand in die Augen streue." Die Anfrage der Bürger, die Leitung nicht durch Meckhofen zu legen, werde von der Stadt überprüft. Eine Antwort gebe es in rund zwei Wochen.

Brigitte Zastrow wollte sich damit nicht zufriedengeben: "Ich erwarte, dass Sie nicht kampflos aufgeben, sondern sich einsetzen." Bernhard Marewski (CDU) gab den Meckhofenern diese Empfehlung: "Ziehen Sie keine Vergleiche mit der Waldsiedlung, sondern einen Vergleich mit Schildgen. Was dort gilt, muss auch für Meckhofen gelten." Dort sei die Bebauung zu nah an der alten Leitung, eine neue dürfe dort deshalb nicht hergelegt werden.

Unterdessen lässt sich die zuständige Firma Open Grid auch von sehr kritischen juristischen Einschätzungen (wir berichteten) nicht schrecken: "Wir halten den Planfeststellungsbeschluss vom 30.10.2013 weiterhin für rechtmäßig. Alle relevanten Schutzgüter und Sachargumente sind gegeneinander abgewogen worden. Die Sicherheit der Leitung ist vollumfänglich gewährleistet", sagte ein Sprecher. Natürlich seien der Firma "die Sorgen und Bedenken in der Bevölkerung bekannt. Es bleibt dennoch festzuhalten, dass die Leitung in sich sicher ist. Sie wird nach dem Stand der Technik und den Regeln des DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfachs), der nationaler Regelsetzer ist, errichtet werden."

Quelle: RP
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