| 00.00 Uhr

Postscriptum
Wie sozial darf eine Stadt sein?

Leverkusen. Leichlingen braucht keinen sozialen Wohnungsbau. Im Vergleich zu Städten wie Solingen hat Leichlingen nämlich kaum Schuldner". Menschen, die in Sozialwohnungen einziehen, "treiben nur die Anzahl der Bürger in die Höhe, die eine Schuldnerberatung in in Anspruch nehmen müssen".

Mit Argumenten dieser Art versuchte der Chef der zweitgrößten politischen Fraktion im Leichlinger Stadtrat - eine Fraktion, die immerhin das C für "christlich" in ihrem Namen führt - im politischen Fachausschuss ASW Stimmung gegen sozial geförderten Wohnungsbau in Leichlingen zu machen.

Ungeachtet der Frage, ob Helmut Wagner diese Aussagen wirklich so gemeint hat, - er war gestern für eine Klärung nicht zu erreichen - steht fest: Sie sind inhaltlich völlig falsch. Schuldnerberater betreuen Menschen, die sich noch nicht aufgegeben haben und wieder eine Perspektive im Leben haben möchten. Einige von ihnen stammen aus sozial schwachen Familien, andere jedoch sind aus "gutbürgerlichem" Haus, haben ein vernünftiges Einkommen, sind aber in eine Schuldenfalle getappt - und brauchen nun professionelle Hilfe.

Weiteres Beispiel: Das wegen seiner Weitläufigkeit oft gelobte "Cremers Weiden"-Wohngebiet mitten in Leichlingen ist aus sozial gefördertem Wohnungsbau entstanden. Wer angesichts all dessen solche Aussagen trifft, wie es Wagner jetzt offenbar tat, dokumentiert nicht nur seine Unkenntnis - er handelt auch verantwortungslos.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Postscriptum: Wie sozial darf eine Stadt sein?


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.