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Leverkusen
Wilde Müllkippen machen Avea "fassungslos"

Leverkusen: Wilde Müllkippen machen Avea "fassungslos"
Unfachmännisch entsorgt: Unter anderem dieser Bretterhaufen am Kurtekottenweg rief gestern die Kölner Abfallwirtschaftsbetriebe auf den Plan. Und ihre Mitarbeiter rücken heute erneut an. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. An einigen Stellen im gesamten Stadtgebiet wird regelmäßig - zum Teil offenbar auch gewerblicher - Müll entsorgt. Von Roman Zilles

Den großen Bretterhaufen hat Herbert Isbanner nicht persönlich gesehen. Aber selbst wenn. Vermutlich hätte er ihn mit einem Schulterzucken zur Kenntnis genommen und wäre weitergefahren. "Inzwischen rege ich mich kaum mehr darüber auf", berichtet der Geschäftsführer des Luftsportclubs (LSC) Bayer. Denn mittlerweile habe er auf seinen Fahrten von und zum Leverkusener Flugplatz entlang des Kurtekottenwegs einfach zu viel wilden Müll gesehen. Ob Autoreifen, Fahrräder oder Säcke mit Abfall: "Es wird vielleicht nicht täglich etwas abgeladen, aber meistens jeden zweiten Tag liegt wieder etwas Neues rum", erzählt Isbanner und fasst seinen Frust in Worte: "Das ist eine ziemliche Sauerei."

Der Bretterhaufen sowie die Kette eines Kettenfahrzeugs lagen nun in der Nähe der Autobahnbrücke über die A 3. Da der Bereich - wenn auch nur knapp - zum Kölner Stadtgebiet zählt, rief dies gestern die dortigen Abfallwirtschaftsbetriebe (AWB) auf den Plan. Dies bestätigte eine Mitarbeiterin auf Anfrage und kündigte an, dass ihre Kollegen heute sogar ein weiteres Mal zum Kurtekottenweg ausrücken müssen.

Der Bereich ist aber längst nicht der einzige innerhalb der Leverkusener Stadtgrenzen (oder knapp dahinter), der als wilde Müllkippe benutzt wird. Claus-Dieter Steinmetz, Pressesprecher der Avea, fallen auf Anhieb mehr als ein halbes Dutzend Stellen ein, zu denen seine Kollegen regelmäßig ausrücken müssen, um wieder einmal wild abgeladenen Müll einzusammeln. Um Umweltferkeln keine Liste mit geeigneten Örtlichkeiten für ihre verbotenen Aktionen zu präsentieren, rät Steinmetz davon ab, die genauen Stellen zu veröffentlichen. Aber es gibt sie in Opladen, Wiesdorf, Manfort, Küppersteg, Rheindorf oder Lützenkirchen. Sie sind fast immer schlecht einsehbar und werden zum Teil so häufig genutzt, dass es Steinmetz auffällt, wenn mal ein paar Wochen vergehen, ohne dass die Avea die Meldung eines Bürgers oder der Technischen Betriebe erreicht, die von einem neuen unliebsamen Fund berichtet.

"Teilweise macht mich das fassungslos", sagt Steinmetz. Schließlich hätte der ganz große Teil des wilden Mülls problemlos im Wertstoffzentrum abgegeben werden können. Das hat von 8 bis 20 Uhr auf, erspart also eine Nacht- und Nebelaktion. Steinmetz: "Zumeist ist die Abgabe dort auch kostenlos." Über die Gründe für die wilde Variante der Entsorgung kann er nur rätseln. "Schließlich packen die Leute die Sachen ohnehin ins Auto", sagt er und ergänzt, dass es offenbar längst nicht nur Privatmüll zu sein scheint, der unbeobachtet entsorgt wird: "Zum Teil sieht das durchaus gewerblich aus." Für das Aufspüren von Umweltsündern sei die Avea im Übrigen nicht zuständig. "Das ist Sache der Ordnungsbehörde, aber ich weiß, dass die Erfolgsaussichten nicht unbedingt riesig sind", sagt Steinmetz.

Herbert Isbanner hatte sogar mal die Idee, eine Kamera am Kurtekottenweg zu installieren. Daraus ist nichts geworden. Aber obwohl das Problem kaum in den Griff zu bekommen scheint, gehen die LSC-Mitglieder regelmäßig engagiert und vorbildlich voran: Bei der Putzaktion "Wir für unsere Stadt" sind sie jedes Jahr dabei. Dabei zeigt sich immer, wie weit das Spektrum auf den wilden Müllkippen reicht: Neben Waschbecken oder Unmengen an Versandhaus-Katalogen seien auch einmal nicht-jugendfreie Erotikfilme entdeckt und entsorgt worden.

Quelle: RP
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