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Leverkusen
Wilder Müll kostet jährlich 234.000 Euro

Leverkusen: Wilder Müll kostet jährlich 234.000 Euro
Am Moosweg: Von Kanistern mit dunkler Flüssigkeit über Bereifung für Spezialmaschinen bis zum Hausmüll mit dem wohl unmodischen Bikini fand sich dort alles. FOTO: schuetz ulrich
Leverkusen. Die Zahl der illegalen Abfallorte in Leverkusen scheint zu wachsen. Eine besonders beliebte Stelle findet sich am Moosweg. Aber auch mitten in der City, an der Post, sieht es schlimm aus. Die Beseitigung kostet sechsstellige Summen. Von Ulrich Schütz

Erst lag nur eine kleine Mülltüte im Gebüsch, dann folgten große, prall gefüllte Abfallsäcke und Farbeimer, wenige Wochen später war das Areal mit Bauschutt, Reifen, Hausmüll, Matratzen und original verpackten Milchpulvertüten bedeckt: Der gut zugängliche Platz am Moosweg, an der Bahnlinie zwischen Bahnhof Schlebusch und Willy-Brandt-Ring, hatte sich zur großflächigen wilden Müllkippe entwickelt. Fahrgäste von National Express konnten das Wachsen der kleinen Deponie täglich verfolgen.

Seit zwei Wochen stark vermüllt: der Platz vor der Postbank/Post in Wiesdorf. FOTO: schuetz ulrich

Eine Bagatelle, die in jeder Großstadt vorkommt? Von wegen. Die Bahnkunden zahlen für die Beseitigung des wilden Mülls kräftig mit, bestätigte eine Bahnsprecherin: "Leider kommt es an dieser Stelle immer wieder zu unerlaubter Müllablagerung, deren Entsorgung jährlich mehrere Tausend Euro kostet."

Die Summen sind noch gar nichts gegen die Kosten, die von allen Leverkusener Bürgern zu bezahlen sind. Für die Beseitigung illegalen Abfalls auf öffentlichen Flächen durch die kommunale Müllgesellschaft Avea stellt die Stadt Leverkusen dieses Jahr 234.000 Euro bereit. Diese Viertelmillion Euro wird über die Müllgebühr bei allen Haushalten eingesammelt.

FOTO: Schütz Ulrich

Liegt wilder Abfall auf Privatgelände, sind Eigentümer gekniffen: Sie müssen Müll auf eigene Kosten entfernen. Der Bahn, genauer der DB Netz AG, Regionalbereich West, stellte die Stadt eine Frist von knapp zwei Wochen zur Beseitigung der kleinen Mülldeponie. Seit Januar 2014 wiederholte sich der Vorgang mehrfach: "Seitdem wurde die DB Netz mehr als zehn Mal (per Mail und telefonisch) kontaktiert. Mit dem Ergebnis, dass ein- bis zweimal jährlich das Gelände vom Müll gereinigt und von der DB Netz in Aussicht gestellt wurde, dort Pfosten (Betonblöcke) aufzustellen, um die Zugänglichkeit für Nichtbefugte zu vermindern", teilte die Stadt auf Anfrage unserer Redaktion mit. Eine Zufahrtssperre gibt es nicht. Die Mitarbeiter müssten jederzeit auf das Gelände können, sagte die Bahnsprecherin. Eine direkte Gefahr ging von den Abfallbergen nicht aus. Aber auch die Umgebung ist inzwischen vermüllt. Vorige Woche standen plötzlich zwei 20-Liter-Kanister mit dunkler Flüssigkeit am Mooswegrand.

Wird eine Abfallablagerung nicht schnell beseitigt, geht es wie an der "Hauptpost" in Wiesdorf. Dort hatte sich bis gestern um einen Papierkorb eine Dreckhalde entwickelt. "Geht seit zwei Wochen so", sagte ein Passant, "und das im Zentrum von Leverkusen." Eine Nachfrage ergab, dass die Beseitigung nicht in die Zuständigkeit der Postbank falle. "Das Areal vor unserem Postbank Finanzcenter gehört nicht zu der von uns angemieteten Fläche", teilte Postbank-Sprecher Ralf Palm mit, versprach aber, die Anfrage zum Anlass zu nehmen, um auf den Verwalter der Immobilien zuzugehen, damit der Abfall bald beseitigt werde.

FOTO: Schütz Ulrich
Quelle: RP
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