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Mehr Geburten in Leverkusen
Willkommen, ihr Racker!

Mehr Geburten in Leverkusen: Willkommen, ihr Racker!
Im Leverkusener Klinikum gibt es vier Kreißsäle. Das ist einer von ihnen. Es gibt ein Bett, einen Hocker und einen Ball, auf denen Frauen ihre Kinder gebären können. FOTO: Miserius, Uwe
Die Zahl der Geburten in Nordrhein-Westfalen ist gestiegen. Auch in Leverkusen gibt es mehr Babys. Werdende Eltern schauen ganz genau hin, wie sie ihr Kind zur Welt bringen wollen. Dafür gibt es Führungen durch Kreißsäle und Angebote wie Babyshiatsu. Von Sebastian Fuhrmann, Leverkusen

Am Klinikum Leverkusen gibt es einen sogenannten Storchenparkplatz. Wer dort hält, hat es eilig. Der Stellplatz ist für werdende Eltern bestimmt, und so soll er funktionieren: Der Mann fährt seine schwangere Frau zum Krankenhaus, auf dem Storchenparkplatz hält er an, bringt seine Frau in den Kreißsaal und macht den Stellplatz dann zügig wieder frei. Erst einmal durchatmen! Der Nächste kann kommen.

Laut einer aktuellen Erhebung des Statistischen Landesamts für das Jahr 2015 kamen in Leverkusen im Vorjahr 1574 Kinder zur Welt, 6,6 Prozent mehr im Vergleich zum Jahr 2014. 2016 steigt die Zahl noch einmal an: Das Klinikum Leverkusen rechnet für das Jahr mit 1600 Geburten, das entspricht statistisch gesehen 4,3 Kindern pro Tag. 55 Prozent der Eltern sind Leverkusener, der Rest kommt aus dem Umland. 

Die Zahl der Geburten steigt in Leverkusen stärker als im Landesdurchschnitt. 204.352 Kinder wurden 2015 im ganzen Bundesland geboren, 5,9 Prozent mehr im Vergleich zu 2014 (192.913 Babys).

Führungen durch den Kreißsaal

So süß sind die NRW-Babys aus 2015 FOTO: Jela Salevic

Wo Eltern ihre Kinder zur Welt bringen, ist längst nicht mehr abhängig davon, wo das nächste Krankenhaus ist. Vor der Geburt wird regelrecht gecastet. Kliniken bieten werdenden Eltern Führungen durch ihre Kreißsäle und Stationen an: Rund um das Thema Geburt floriert ein Markt der Möglichkeiten, der ganz offenbar erst einmal sortiert werden will.   

Die Führungen im Klinikum Leverkusen, die zweimal im Monat angeboten werden, besuchen im Schnitt rund 100 Menschen. Die Gruppe trifft sich im Hörsaal, einem Raum im Untergeschoss. Die meisten, die an diesem Montag gekommen sind, sind Paare, einige Frauen kommen mit einer Freundin da oder manchmal allein. 

"Ihre Wünsche, Bedürfnisse und Vorstellungen stehen im Mittelpunkt", steht in einer Broschüre über das Geboren-werden im Klinikum, die einer der Herren durchblättert. Gleich darunter gibt es einen Überblick über das Kursangebot für Schwangere: Aquafit und Yoga, Stillcafé, Prager Eltern-Kind-Programm, Babyshiatsu, Akupunktur, Pezziball, Gebärhocker und Laktationsberaterinnen, also Expertinnen rund ums Stillen. "Das hat es früher nicht gegeben", tuschelt eine Frau in das Ohr einer Frau, die vermutlich ihre Tochter ist. 

Ein Arzt und eine Hebamme stellen das Angebot vor. Es geht um Sicherheit; die Verfügbarkeit von Ärzten und Möglichkeiten, vor nach und während der Geburt. Die Kaiserschnitt-Rate liege im Klinikum bei 37 bis 39 Prozent, antwortet der Arzt auf die Frage einer Besucherin. Weil die Sightseeing-Gruppe so groß ist, wird sie vor der Führung durch die verschiedenen Bereiche gesplittet.

Für Identifikation ist jedenfalls gesorgt: Auf dem Weg zu den Kreißsälen hängen einige Trikots von Bayer 04-Spielern. "Vielen Dank. Die Familie Kießling", steht auf einem Trikot. Ein wenig weiter hängen die Shirts von Simon Rolfes und Sebastian Boenisch. Das sorgt einen Moment lang für Gesprächsstoff. "Na, wenn die ihre Kinder hier kriegen", mag der Beobachter denken, "kann ja nichts schiefgehen."

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