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Leverkusen
Willkommensfeier für alle Flüchtlinge

Leverkusen: Willkommensfeier für alle Flüchtlinge
Flüchtlinge jeden Alters, die in Leverkusen eine neue Heimat suchen, demonstrierten bei der Kundgebung in der City Wiesdorf, dass alle an einem Strang ziehen sollten. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Rat der Religionen, Parteien, Verbände und Stadtverwaltung gestalteten eine bunt-fröhliche Kundgebung, um Asylbewerbern zu verdeutlichen, dass sie in Leverkusen nicht abgelehnt werden. Ehrenamtliche Helfer waren mit dabei. Von Jim Decker

Um Toleranz, Menschlichkeit, Integration und Willkommenskultur für Flüchtlinge in Leverkusen zu propagieren, hatten Parteien, Verbände, Rat der Religionen zu einer bunten Feierstunde nach Wiesdorf eingeladen. "Wir versuchen hier keine Demo gegen Fremdenhass zu veranstalten", machte Bella Buchner, Vorsitzende des Leverkusener Integrationsrates und federführende Organisatorin der Kundgebung, sofort klar. Vielmehr gehe es darum zu bekunden, dass man dafür sei, Flüchtlinge willkommen zu heißen und sie zu integrieren. Die Kundgebung solle zeigen, dass viel Positives für Flüchtlinge schon lange in Leverkusen verwurzelt sei. Es bestehe ein Engagement für Flüchtlinge, seitdem es diese in der Stadt gebe, sagte Buchner. Das wolle man feiern.

In der Menge stand Lovi Thibangu, vor 24 Jahren selbst Flüchtling und heute Betreuer bei der Caritas. Es gehe darum, den jeweils anderen zu sehen, sagte Tshibangu. "Die Leute sollen die Flüchtlinge sehen und die sollen sehen, dass es auch Deutsche mit positiver Meinung über sie gibt", betonte er. Viele seien nämlich aufgrund der aktuellen Ereignisse und Feindseligkeiten verunsichert. "Wir zeigen hier: Nein, dieses Land ist anders", sagte Tshibangu.

Auf einer Leinwand verewigten sich Besucher und Flüchtlinge mit bunten Handabdrücken: Und am Schluss konnte niemand erkennen, von wem die Abdrücke stammten. Fazit: Alle Menschen sind gleich. Darauf bauen jetzt auch Mohammed, 30 Jahre alt, und Almutasem, 20. Die beiden Syrer flüchteten vor dem Bürgerkrieg und kamen nach Leverkusen. "Wir sind froh, hier zu sein", sagte Almutasem. Die meisten Leute seien sehr freundlich und vor allem sei es hier eines: sicher. In Leverkusen haben sie sich soweit eingelebt, dass sie hier bleiben wollen. Almutasem war in Syrien Medizinstudent. Er hofft, in Deutschland seine Ausbildung abschließen und als Arzt arbeiten zu können. Erst seit drei Monaten sind die beiden Syrer hier, doch als sie sich in ziemlich gutem Deutsch vorstellen, applaudierte die Menge begeistert.

"Es ist eine absolute Notwendigkeit zu zeigen: Wir tragen diesen Leuten Menschlichkeit entgegen", beteuerte Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn. Dazu gehöre auch, entsprechende Unterkünfte zu bieten. Sein Wahl-Herausforderer Uwe Richrath lobte: "Großartig, dass die Gemeinschaft hier so solidarisch ist." Es sei extrem wichtig, dass man in solchen Situationen zusammenhalte.

Mohammed und Almutasem wollen sich eine Wohnung suchen, um möglichst schnell eigenständig leben zu können. Wenn möglich, wollen sie ihre Familien nachholen, am besten nicht auf dem gefährlichen Weg übers Mittelmeer, den die beiden nehmen mussten.

Quelle: RP
 
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