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Mit Gbo-Geschäftsführer Bernd Fass
"Wir fordern mehr Polizisten in Uniform"

Mit Gbo-Geschäftsführer Bernd Fass: "Wir fordern mehr Polizisten in Uniform"
Bauvereins-Geschäftsführer Bernd Fass sieht dunkle Schatten auf Leverkusen zukommen: Die Zunahme der Einbrüche gepaart mit der offenkundig zu wenig effektiven Polizei- und Justizarbeit sorgten für Verunsicherung. FOTO: Ralph Matzerath
Leverkusen. In Häuser des Bauvereins Opladen (GBO) und Gebäude an der Friedrich-List-Straße wurde mehrfach eingebrochen. Die Polizei bestätigt "eine etwas gestiegene Zahl" von Kellereinbrüchen. Bauvereins-Chef Bernd Fass fordert mehr Polizeipräsenz. Von Ulrich Schütz

Opladen Die Täter kommen in der Regel nachts. Sie nehmen meist nur Beutestücke mit, die sich leicht versilbern lassen, sagt die Polizei Köln/Leverkusen. Fahrräder, Pfandflaschen und andere Dinge des täglichen Bedarfs. Der Wert der gestohlenen Sachen ist relativ gering, aber die Angst der Bewohner wächst. In einem Gebäude an der Friedrich-List-Straße (gehört nicht dem Bauverein Opladen) wurde innerhalb von vier Tagen zweimal eingebrochen. Die oder der Täter knackten in einem Fall ein Dutzend Keller, berichtet ein Anwohner. Zur Gesamtsituation in Opladen sprachen wir mit Bernd Fass, Geschäftsführer des Gemeinnützigen Bauvereins.

Herr Fass, Sie sprechen von 35 Einbrüchen in diesem Jahr allein bei Bauvereins-Mietern.

Fass Ja, das ist eine eklatante Steigerung gegenüber früheren Jahren. Eine solche Zunahme habe ich in meiner jahrzehntelangen Tätigkeit bislang noch nicht erlebt.

Der Bauverein hat doch vor kurzem erst einen Kooperationsvertrag mit der Polizei geschlossen. Das scheint dann wenig zu nutzen?

Fass Als Wohnungsgesellschaft müssen wir alle Mittel einsetzen, diesen Einbrechern beizukommen. Die Polizei berät uns auch bei weiteren Aktionen. Bei den Schließanlagen und anderen Sicherheitsmaßnahmen haben wir schon aufgerüstet.

Mit dem Erfolg, dass unbekannte Täter die Überwachungskameras abgerissen haben.

Fass Das Zerstören stimmt, eine weitere Steigerung der Situation. Wir werden allerdings unsere schon montierten Zusatzstrahler um neue Überwachungskameras ergänzen. Dann sehen wir ja, wer sich bei uns herumtreibt.

Vertrauen Sie noch der Polizei?

Fass Grundsätzlich ja. Ich wünsche mir allerdings mehr uniformierte Polizisten auf den Straßen, die Präsenz der Ordnungshüter muss einfach erhöht werden. Die Politik spart bei der Polizei am falschen Ende.

Wie ist die Stimmung unter den Bauvereins-Mietern?

Fass Die Einbrüche fanden an unterschiedlichen Standorten statt, das irritiert zusätzlich. Wir haben in allen Fällen das Gespräch mit den Mietern gesucht. Inzwischen stellen wir unter ihnen eine erhebliche Verunsicherung fest. Wer geht schon gerne in einen Keller, in den tags zuvor eingebrochen wurde. Wir haben neben den technischen Sicherungen jetzt einen Wachdienst mit dem Schutz unserer Gebäude beauftragt. Und wir haben per Rundschreiben informiert, dass wir den Schutz verstärken.

Das ist doch ein Misstrauensbeweis gegenüber der Leistungsfähigkeit der Polizei?

Fass Nein, ich weiß, dass die Polizei durch das allgemeine Sparen Personalprobleme hat. Das ist die eine Seite, die andere Seite ist: Unsere Mieter sind hochgradig verunsichert, da muss ich mich wiederholen. Jeder Einbruch ist ein Angriff auf das Gebäude und damit auf unsere Mieter. Sie haben das Gefühl, dass sich Fremde ihres Hauses bemächtigen. Da müssen wir vom Bauverein deutlich und sichtbar reagieren. Die Strategie des Selbstschutzes wird von uns wohl ausgebaut werden müssen, weil die Zahl der Taten und negativen Vorfälle zunehmen.

Eine Sprecherin der Polizei Köln/Leverkusen hat eine "etwas gestiegene Einbruchstätigkeit in Keller" gegenüber unserer Redaktion bestätigt. Die Leverkusener Wohnungsgesellschaften würden intensiv beraten. Schon im Sommer gab es in Leverkusen eine Einbruchswelle, deren Schwerpunkt in Opladen-Mitte lag. Da gab es Hinweise auf Täter, einer wurde festgenommen. Diesmal fehlen laut Polizei Anrufe von Anwohnern, die verdächtige Personen beobachtet haben. "Bitte auf jeden Fall die Polizei, auch unter 110, anrufen, wenn jemand etwas sieht", wünschte sich eine Sprecherin des Polizeipräsidiums.

Quelle: RP
 
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