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Leverkusen
Wirtschaftsexperte: TTIP kann eine Chance sein

Leverkusen. Immer, wenn von TTIP die Rede ist, gehen die Meinungen weit auseinander. Das Transatlantische Freihandelsabkommen (Transatlantic Trade and Investment Partnership, kurz TTIP) schürt zahlreiche Ängste in der Bevölkerung. Aber welche Chancen und Risiken birgt es wirklich? Von Gabi Knops-Feiler

Den Versuch eines distanzierten Blickes auf Vor- und Nachteile wagte jetzt Jürgen Matthes, Leiter Internationale Wirtschaftsordnung und Konjunktur am Institut der deutschen Wirtschaft Köln, im Spiegelsaal von Schloss Morsbroich vor dem Unternehmerverband Rhein-Wupper. In einem Grußwort wies Oberbürgermeister Uwe Richrath darauf hin, dass TTIP auch in Kommunen ein Thema sei, nämlich dann, wenn es um die mögliche Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen gehe.

Die Nachteile würden überzogen dargestellt, sagte der Referent. Die Wasserversorgung sei definitiv nicht betroffen. "Aber wenn es einen Dienst aus Amerika gibt, der es gut und günstiger macht als die VHS: Warum nicht?", sagte der Vortragende und ergänzte: "Man muss den Wettbewerbern hinreichend Raum bieten." Es gebe zu Recht kritisierte Probleme, aber vieles gehe in die richtige Richtung, fasste Matthes zusammen.

Das gelte auch hinsichtlich Gesundheits-, Verbraucher- und Umweltschutz. Dazu gebe es nicht nur von der Politik eine klare Absage an Aufweichung von Standards, sondern auch einen Weg, der Fortschritte bringen könne. Der liege in der gegenseitigen Anerkennung. Im Rahmen des Abkommens solle eine Expertenkommission feststellen, in welchen Bereichen Schutzstandards ähnlich hoch seien und gewährleisten, dass "Standards nicht gesenkt werden". Und das gelte auch für den Vorwurf, kleine und mittelständische Firmen würden den Kürzeren ziehen. Grundsätzlich seien Großunternehmen international einfach besser aufgestellt. Matthes sieht den größten Vorteil von TTIP in der Stärkung des Exports sowie beim Abbau von Handelshemmnissen und Zöllen. "TTIP kann eine Blaupause sein, wie sich der Welthandel weiter entwickelt", sagte er: "Es wird nicht plötzlich das riesengroße Wirtschaftswachstum geben."

Personalien Edgar Frank (Vorsitzender Unternehmerschaft Rhein-Wupper) und Arndt Krebs (Vorsitzender Arbeitgeberverband Metall- und Elektroindustrie) wurden im Amt ebenso bestätigt wie die Vorstandsmitglieder Michael Hedderich (Federal Mogul), Max Taha (ADT Europe), Marc Kretkowski (Wupsi) und Hans-Günter Werbeck (Lubeck).

Quelle: RP
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