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Bergisch Neukirchen
Wo Williams Christ mit Pinova flirtet

Bergisch Neukirchen: Wo Williams Christ mit Pinova flirtet
Rudolf Kuppel und Heike Oderwald-Kuppel zeigen ihre saftigen Prachtexemplare. In diesem Jahr läuft die Ernte besonders gut. FOTO: Uwe Miserius
Bergisch Neukirchen. In vierter Generation führt die Familie Oderwald-Kuppel den urigen Hof in Bergisch Neukirchen. Seit 1930 ist ihr Hauptgeschäft der Obstanbau. Verkauft werden die Früchte in eigenen Hofläden. Von Simon Janssen

Noch knapp zwei Wochen, dann ist es endlich geschafft. "Bis dahin sollten alle Äpfel geerntet sein", sagt Heike Oderwald-Kuppel, während sie auf dem matschigen Boden am Rand der großen Plantage steht und ihren Blick über die vielen verregneten Baumreihen schweifen lässt. Das Ergebnis der vergangenen Wochen ist deutlich zu sehen. In vielen Ecken des Hofs stehen große Holzkisten mit roten, gelben und grünen Früchten. Ihr charakteristischer Geruch schmeichelt der Nase. Die Ernte ist aufrund des sonnenreichen Sommers exzellent. Das war im vergangenen Jahr nicht der Fall.

Frühe Apfelsorten wie Delbar sind bereits gepflückt und verzehrt. Nun sind unter anderem Elstar, Rubinette und Boskoop an der Reihe. Zwölf Sorten sind es insgesamt, die hinter dem alten Hof an der Hüscheider Straße in Bergisch Neukirchen angebaut werden. Nach der Ernte werden die Früchte zunächst sortiert. Die schönen Exemplare kommen ins rund ein Grad kalte Kühlhaus, ehe sie verkauft werden. Im Inneren des frostigen Lagers stapeln sich die Kisten gut sieben Meter hoch. Aus den restlichen Früchten, die den Schönheitswettbewerb nicht gewinnen, wird Saft gepresst. Aber auch Hauszwetschgen und Birnensorten wie Williams Christ reifen unter der Bergisch Neukirchener Sonne.

Die Familie Oderwald-Kuppel blickt in der vierten Generation auf eine jahrhundertelange Tradition ihres Familienbetriebs zurück. 1930 begann sie mit dem Obstanbau. Seit 1990 führt Heike Oderwald-Kuppel mit ihrem Mann Rudolf den Obsthof mit angeschlossenem Laden. Eine zweite Filiale befindet sich in Wermelskirchen-Tente. Auch Sohn Matthias (30) ist im Unternehmen tätig. Alleine können die drei jedoch nicht die unzähligen Früchte von den rund 20.000 Bäumen pflücken, die sich über die acht Hektar große Plantage erstrecken. Darum hat Familie Oderwald-Kuppel während der Erntezeit drei zusätzliche Mitarbeiter beschäftigt. "Die machen zwei Monate lang nichts anderes", sagt Rudolf Kuppel.

Der urige Hofladen am 1701 erbauten Haus der Familie, das bis 1850 eine Metzgerei mit Gastwirtschaft beherbergte, hat lediglich von Donnerstag bis Samstag geöffnet. Aus dem einfachen Grund, dass die Sackgassenstraße kaum Laufkundschaft zulässt. "Hierhin verirren sich nicht viele Menschen", sagt Matthias Kuppel. Wesentlich höher frequentiert ist die Filiale in Wermelskirchen mit rund 240 Quadratmetern Verkaufsfläche. Sie liegt direkt an einer Hauptverkehrsstraße. "Da fahren pro Stunde rund 500 bis 600 Autos vorbei, dementsprechend höher ist die Kundenfrequenz", sagt Matthias Kuppel.

Der Familienbetrieb ist jedoch nicht nur für Obst und schmackhaften Apfelsaft aus eigener Herstellung bekannt. Auch Geflügel von ausgesuchten Mästern aus Krefeld und Paderborn wird angeboten. Eine Spezialität ist das sogenannte Kikok-Hühnchen, das mit Mais gefüttert und ohne jegliche Medikamente aufgezogen wird. Grundsätzlich sollen die Waren möglichst naturbelassen verkauft werden. So kommen Pflanzenschutzmittel nur im äußersten Notfall zum Einsatz. Im Sortiment befinden sich unter anderem auch Gemüse, tagesfrische Eier, naturbelassener Honig sowie Käse- und Milchprodukte. Zu Weihnachten und St. Martin werden zudem Gänse und Enten aus Freilandhaltung geführt.

Ein vielfältiges Geflügel-Angebot hat Tradition in dem Familienbetrieb. Schließlich gab es bis vor rund 20 Jahren noch Mast- und Legehennenhaltung auf dem Hof. Mittlerweile konzentriert man sich aber hauptsächlich auf Äpfel. Wie groß die Nachfrage ist, beweisen die drei Fünf-Liter-Fässer, die einsam im Hofladen stehen. Es sind die letzten drei aus dem Vorjahr - aber es dauert nicht mehr lange bis es Nachschub gibt.

Informationen gibt es im Internet unter www.obst-oderwald.de.

Quelle: RP
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