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Leverkusen
Wunderschöne "Jenseitsmusik"

Leverkusen: Wunderschöne "Jenseitsmusik"
Einen wunderbaren Abend bescherte die Musiziergemeinschaft der Kasino-Gesellschaft Leverkusen den Besuchern der Christuskirche. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Einen wunderbaren Hörgenuss und ein berührend schönes Herbstkonzert bescherte die Musiziergemeinschaft der Kasino-Gesellschaft Leverkusen unter Leitung von Ulrike Rocholl ihren Zuhörern in der Christuskirche. Dort lauschten sie am Totensonntag den freudig ausgebreiteten Klängen, die einen musikalischen Bogen zwischen barocker und zeitgenössischer Musik spannten. Im Zentrum der ersten Hälfte stand die Bach-Kantate Nr. 82 "Ich habe genug" für Solo und Orchester. Rocholl fügte aus Beginn und Schlussteil der Ouvertüre zur 1. Suite BWV 1066 eine Intrada als Einleitung hinzu, die bei der Aufführung erstmals aufgeführt wurde. Nach der Pause erklangen Titel, die Rocholl als besondere Akzente für die Reformationszeit herausgesucht hatte. Unter anderem ließ Johannes Quack die Orgelsinfonie von Enjott Schneider erschallen, ehe das beeindruckende Konzert mit Werken von Felix Mendelssohn-Bartholdy endete. Von Gabi Knops-Feiler

Musik halte die Menschen in einer guten Balance und wecke Kräfte in uns, sagte Pfarrer Dr. Detlev Prößdorf eingangs. Musik zeige uns, wie schön das Leben sein könne, ergänzte er und erinnerte an den Vers: "Der Tod geht zwei Schritte hinter dir, nutze den Vorsprung und lebe."

Von allen Bach-Kantaten zeichnet "Ich habe genug" das Bild des von der Erlösung erfüllten Simeon besonders eindringlich. Wie eine Devise stand dieser Satz über der gesamten Kantate. Bei der ersten Arie - Solist Volker Mertens wurde durch Oboe, Violinen, Viola und Generalbass begleitet - sah man förmlich, wie Simeon das Kind auf seinen Armen wog. Hörbar wurde es durch den absteigenden Bass und die diversen Tonstufen der Geigen. Weich durchzogen sie fast die gesamte Arie und bildeten den Klanggrund für das ekstatische Solo der Oboe, die sich mit dem Bass immer enger verschlang. Auch da sorgte Mertens souverän für energische, trotzdem seidenweiche Töne.

In der letzten Arie hieß es deutlich "Ich freue mich auf meinen Tod." Der Musikwissenschaftler und Bachforscher Alfred Dürr kommentierte einst dazu, das Werk sei "von sehnsüchtiger Jenseitsmusik durchdrungen".

Quelle: RP
 
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