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Leverkusen
Wupsi setzt künftig mehr auf Senioren

Leverkusen. Die Wupsi stellt sich darauf ein, künftig weniger Schüler und Auszubildende, dafür aber mehr Senioren zu befördern. So verzeichnete sie im Geschäftsjahr 2015 einen weiteren Rückgang von 0,25 Prozent bei den Schülerzahlen, beim "Aktiv60"-Ticket für ältere Menschen hingegen ein Plus von drei Prozent. "Zur zielgerichteten Kundenansprache werden daher Themen wie Mobilitätsschulungen für Senioren und Barrierefreiheit in den Fokus gelangen", betonte Vorstandschef Marc Kretkowski im Lagebericht zum vergangenen Geschäftsjahr. Von Susanne Genath

Dennoch sei das Jahr 2015 sehr erfolgreich verlaufen, teilte das Unternehmen mit. "Das Defizit liegt mit 3,9 Millionen Euro auf einem historischen Tiefstand." Seit 2002 sei es gelungen, das Defizit von 8,6 Millionen Euro um mehr als die Hälfte zu verringern. Liege der Zuschussbedarf je Fahrgastfahrt im Durchschnitt des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen bei 38 Cent, zahlten die Eigentümer der Wupsi je Fahrt nur 13 Cent. Überdurchschnittliche Zuwächse, nämlich ein Plus von 2,5 Prozent, habe man bei den Mobil-Pass-Tickets zu verzeichnen. Die werden von der Stadt an Menschen mit geringem Einkommen vergeben, unter anderem an Flüchtlinge. Weil die Fördermittel dafür vom Land NRW jedoch jährlich neu festgesetzt würden, könne man sich nicht fest darauf verlassen.

Das Verkehrsunternehmen, das je zur Hälfte der Stadt Leverkusen und dem Rheinisch-Bergischen Kreis gehört, ist zuversichtlich, auch weiterhin den Linienverkehr für die Städte stellen zu können. Ende dieses Jahres hofft es auf eine erneute Direktvergabe der Verkehrsdienstleistung. Um die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, wurde das Unternehmen im Mai 2016 von der Kraftverkehr Wupper-Sieg AG (KWS AG) in die Wupsi GmbH umgewandelt. Zwar hat sich das private Verkehrsunternehmen Wiedenhoff darum beworben, das Wupsi-Netz zu übernehmen. Im Anhörungsverfahren habe man der Bezirksregierung aber dargelegt, dass es nicht möglich sei, die gesamte Verkehrsleistung als Privater "in der der erforderten Qualität und zu den geforderten Fahrausweis-Tarifen" zu erbringen.

Insgesamt verzeichnete die Kraftverkehr Wupper Sieg AG, zu der auch zu 100 Prozent der Herweg Busbetrieb (HBB) gehört, 2015 einen Bilanzgewinn in Höhe von 10,9 Millionen Euro. Der Stadtrat beschloss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig, zwei Millionen Euro davon an die Gesellschafter auszuzahlen und 8,9 Millionen auf neue Rechnung vorzutragen.

Quelle: RP
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