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Klägerin erlitt Lungenembolie
Antibabypille: Bayer wegen Gesundheitsrisiken vor Gericht

Demo vor Hauptversammlung von Bayer
Demo vor Hauptversammlung von Bayer FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Erstmals vor einem deutschen Gericht muss sich Bayer wegen möglicher Gesundheitsrisiken seiner Antibabypille Yasminelle vermutlich bald in einem Zivilverfahren verantworten. Die Klägerin erlitt nach der Einnahme eine Lungenembolie.  Von Peter Korn

Am 5. November eröffnet das Landgericht Waldshut-Tiengen einen Prozess, meldete die konzernkritische Coordination gegen Bayer-Gefahren, den ersten dieser Art in Deutschland. Bayer selbst hatte eine entsprechende Meldung ebenfalls bestätigt.

Klägerin ist der Initiative zufolge demnach eine junge Frau aus Bad Säckingen, "die nach Einnahme des Präparats Yasminelle eine schwere Lungenembolie erlitt und nur dank glücklicher Umstände überlebte". Sie wird mit den Worten zitiert: "Ich freue mich, dass nun der erste Prozesstermin anberaumt wurde. In so vielen Ländern sind Klagen gegen Bayer aufgrund drospirenon-haltiger Antibabypillen anhängig, und es wurden schon hohe Entschädigungszahlungen geleistet. Es wird Zeit, dass es nun endlich auch ein Gerichtsurteil gibt."

Seit Jahren stehen Antibabypillen von Bayer im Verdacht, Thrombose zu verursachen. 1,9 Milliarden US-Dollar wurden weltweit an Geschädigte gezahlt, Bayer hat allerdings nie eine Verantwortung dafür eingeräumt. Der jetzige Prozess ist der erste Fall, der in Deutschland vor Gericht verhandelt werden soll.

50 Jahre Antibaby-Pille - Fragen und Antworten FOTO: ddp

Die Klägerin fordert demnach Schadenersatz und Schmerzensgeld in Höhe von 200 000 Euro. Ihr Anwalt vertritt der Coordination zufolge noch acht weitere Geschädigte.In den USA haben sogar bereits mehrere Tausend Frauen gegen Bayer wegen angeblicher Gesundheitsschäden durch Antibaby-Pillen vom Typ Yasminelle geklagt. Dort fand bisher die Hauptzahl der Auseinandersetzungen statt.

Auf Einladung der Coordination gegen Bayer-Gefahren hatte die jetzige Klägerin wiederholt in der Bayer-Hauptversammlung einen Verkaufs-Stopp aller Pillen mit Drospirenon verlangt. Weltweit machte Bayer mit Verhütungspillen 2014 rund 770 Millionen Euro Umsatz.

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Quelle: RP
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