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Leverkusen
Zen-Spuren im Alten Bürgermeisteramt

Leverkusen. Am 1. Mai beginnt eine Ausstellung von Juttag Merzdorf. Von Monika Klein

Zum dritten Mal sind ab Sonntag im Alten Bürgermeisteramt Schlebusch Zen-Spuren (hatsu bokuga) zu sehen. Die Ausstellung "Erfahren und Üben" zeigt Acryl- und Tuschbilder von Jutta Merzdorf, die sich den klassischen Themen der Zen-Malerei als moderner Mensch stellt. Es handelt sich teils um berühmte Tuschbilder der ganz großen chinesischen und japanischen Meister, die sie neu interpretiert.

Erfahren und Üben bilden die Brücke zwischen Zen-Malerei und der Landschaftsmalerei von Jutta Merzdorf. Erfahren und Üben ist das Wesen der Zen-Malerei. Die Werke sollen das innere Wesen des Dargestellten sichtbar machen oder auch nur darauf verweisen.

Sie lassen dem Betrachter Raum für eigene Empfindungen, damit er die Bilder vervollkommnet. Die Landschaften Japans sind umwölkte Berge, zerklüftete Felsküsten, tiefe Täler zwischen Bergketten durchfurchen.

Die Abgeschiedenheit in den umwölkten Bergen findet sich in sehr vielen Bildern von Jutta Merzdorf, Raum für Meditation und Entdeckungen. Steine, Felsen, Pflanzen, Tiere und Menschen, in der Natur bildet alles eine Einheit. Die Vorstellung, dass Felsen und Pflanzen ein Bewusstsein haben, ist im Westen eher fremd. Die Kreatur findet sich in allen Landschaftsbildern von Merzdorf: Sei es der einsame Fischer, der Pinguin, der Wanderer, der Dichter, die Kraniche oder auch der Hase.

Zen ist die 1000 nach Buddha revitalisierte Urform des Buddhismus. In Japan entfaltete sich Zen seit dem Ende des 12. Jahrhunderts, dem der Teeweg ab dem 14. Jahrhundert folgte. Jutta M. Merzdorf hat bei Sôtai M. Knipphals, Teewegmeister in Bergisch Gladbach, gelernt.

Als Lehrer hat er sie stets angehalten, sich zwar vor den Alten zu verbeugen, doch sich auch für Heutiges zu öffnen. Und immer zu bedenken, dass es niemals auf nettes Malen mit flinker Hand ankommt, sondern eher auf ein unaufgeregtes "Schreiben" auf der Basis des richtigen Atmens.

Gelingt dies, fließen die Bilder hervor und sind trotz sparsamer Gestik recht lebendig. Die Vernissage beginnt am Sonntag, 2. Mai, um 14 Uhr im Alten Bürgermeisteramt, Mülheimer Straße. Die Ausstellung dauert bis zum 10. Juni.

Quelle: RP
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