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Leverkusen
Zeugnisse!

Leverkusen: Zeugnisse!
Marie Keul, Katharina Krämer, Kassandra Kusber (hinten, v.l.), Leonie Krämer und Referendarin Kristina Weinert (v.l.) mit ihren Zeugnissen. Das von Kristina Weinert ist freilich nicht von diesem Schuljahr, sondern von ihrem Abi. FOTO: U. Miserius
Leverkusen. Zum Sommerferienauftakt gehören die Schulzeugnisse - und dazu auch ganz eigene Zeugnisrituale von Finanzspritze bis Eisfuttern. Von Ludmilla Hauser

Nach den Ferien ist vor den Ferien: Dann geben Katharina (16) und Leonie (11) Krämer, Kassandra Kusber (16) und Marie Keul (17) ihre gerade gestern ausgehändigten Zeugnisse ihren Lehrern an der Marienschule wieder zurück. Mit der Rückseite nach vorn. Da haben hoffentlich die Eltern unterschrieben und somit bestätigt, dass sie die Leistung ihrer Kinder im vergangenen Schuljahr zur Kenntnis genommen und wahrscheinlich auch gewürdigt haben. Offiziell.

Denn inoffiziell haben die internen Belohnungen fürs Schuljahr gestern begonnen. Kassandra zum Beispiel muss mit ihrem Zeugnis mittags "erstmal zu meiner Mutter, dann schicke ich meinem Vater eine WhatsApp-Nachricht mit dem Notendurchschnitt, und dann kopier' ich mein Zeugnis für meine Oma. Die will immer eine Kopie haben, weil sie die Zeugnisse sammelt." Die Großmutter spendiert zehn Euro fürs Zeugnis. Bei den Eltern der Leichlingerin muss es durchs Notenraster. "Für jede Eins gibt es fünf Euro, für andere Noten entsprechend weniger. Und für eine Fünf oder Sechs müsste man Geld zurückzahlen. Ist bei mir aber noch nicht vorgekommen, so viele Einser aber auch noch nicht", sagt Kassandra lachend. Auf dem Zeugnis finden sich acht Einser, zwei Zweier und eine Drei. Doch ums Geld gehe es ihr gar nicht, sagt sie. "Ich versuche, für mich gut in der Schule zu sein. Ich bin schon ehrgeizig", gesteht sie. Letzteres vor allem in Bezug auf ihren Bruder (14). "Ich möchte nur einmal besser sein als er", sagt sie verschmitzt grinsend. Dem fiele die Schule sehr leicht.

Ähnlich geht es Leonie, die gestern das fünfte Schuljahr an der Marienschule geschafft hat - mit drei Einsern auf dem Zeugnis. "Ich muss nicht viel lernen. Nur, wenn ich ganz unsicher bin", sagt sie. Zu Hause gebe es ein bisschen Geld fürs Zeugnis, zu Grundschulzeiten gab's kleine Sachgeschenke. Ihre Schwester Katharina ist mit ihrem Zeugnis zufrieden, will sich im kommenden Schuljahr in Mathe mehr anstrengen und hat mit den Eltern abgemacht, dass am Zeugnistag ein Besuch im Restaurant "Subway" ansteht. "In den vergangenen zwei Jahren sind wir am Zeugnistag immer in die Stadt gegangen", erzählt die Lützenkirchenerin.

Essen zu gehen scheint ein häufiges Zeugnis-Ritual zu sein, Marie erzählt: "Zur Feier des Tages, darf ich am letzten Schultag vor den Ferien aussuchen, wo wir hingehen." Und auch Kristina Weinert, Referendarin an der Marienschule (Unterrichtsfächer Mathe und Spanisch), erinnert sich an die Zeugnisstage aus ihrer Jugend so: "Wir sind auch Essen gegangen, ich durfte aussuchen wohin und habe oft ein griechisches Restaurant gewählt." Von ihrem Großvater - einem Kaufmann - habe es fürs Zeugnis je nach Notenraster eine Finanzspritze gegeben: "Für eine Eins zum Beispiel zwei Mark. Dazu Gummibärchen", sagt sie lächelnd. Jetzt bekommt Weinert freilich kein Schulzeugnis, aber eine Referendar-Bewertung. Ein kleines kulinarisches Ritual gibt's dazu dennoch: "Wir Referendare von der Schule treffen uns auf den Kölner Rheinwiesen und futtern Eis."

Quelle: RP
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