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Leverkusen
Zugige Fassade: Stadtmitarbeiter bringen private Heizöfchen mit

Leverkusen. Dicker Pullover, Fleecejacke, warme Socken: Im städtischen Verwaltungsgebäude Miselohestraße hatten sich an den vergangenen frostigen Tagen die Mitarbeiter selbst gut ein- und Heizöfchen von daheim ausgepackt. Von Ludmilla Hauser

Denn: "Ab einer bestimmten Außentemperatur stößt das Gebäude an eine Leistungsgrenze", umschreibt Finanzdezernent Frank Stein, dass es in dem Opladener Dienstgebäude an Frosttagen auch drinnen recht frisch werden kann. Er hat selbst sein Büro in dem "Erbstück des Rhein-Wupper-Kreises".

Dort werde "der Standard von 20 Grad durch die Heizanlage erreicht", betont Stein. "Aber das Haus hat eine Metall-Glas-Fassade, die energetisch dringend sanierungsbedürftig ist." Fielen die Temperaturen auch tagsüber unter null Grad, werde es im Haus trotz funktionierender Heizanlage kühl, weil das Haus teilweise die Wärme nicht halten könne. "Und die Fassade ist nicht punktuell sanierungsfähig, sondern nur im Ganzen."

Eine Sanierung musste die Stadt bisher hinausschieben, denn "Kitas, Schulen, Flüchtlingsunterbringung - diese und weitere Themen haben in der politischen Ordnung in der Stadt Vorrang vor den Verwaltungsgebäuden", erläutert Stein. "Es ist rein rechnerisch nicht so, dass die Einsparungen bei den Heizkosten nachher, die vorherige Sanierung komplett decken." Stein will sich auf die Suche nach möglichen Fördertöpfen machen, aus denen Geld zugeschossen werden kann.

Die energetische Sanierung soll in den Stadtetat 2017 einfließen. Mindestens bis dahin müssen die 257 Mitarbeiter an der Miselohestraße wohl die dicken Pullis bei Dauerfrost parat und die Heizöfchen angeschaltet halten. Eine strenge Kleiderordnung gebe es übrigens nicht. "Generell gilt, dass sich die Mitarbeiter dem Publikumsverkehr angemessen kleiden. Pullis, Fleecejacken, Sweatshirts sind in diesen Situationen schon in Ordnung."

Hätten aber offenbar im nahegelegenen Straßenverkehrsamt an der Haus-Vorster-Straße nicht ausgereicht. Da fiel vergangene Woche ein Steuerungsgerät der Heizung aus, eineinhalb Tage kühlte das Gebäude aus. Das Ersatzteil musste bei einer Fachfirma bestellt werden. Da habe sich die Stadt entschlossen, das Amt für einen Tag zu schließen, erläutert Stadtsprecherin Julia Trick. "Die in der Arbeitsstättenverordnung vorgeschriebene Temperatur von 19 Grad für Räume, in denen sitzende Tätigkeiten asugeführt werden, war nicht gegeben, es herrschten 16 Grad mit fallender Tendenz. Das ist auch für Wartende in der Führerscheinstelle nicht angenehm." Die Mitarbeiter seien nach Hause geschickt worden. "Zwangsurlaub mussten sie nicht nehmen. Sie wollten arbeiten, die Stadt konnte ihnen keine Arbeitsplätze zur Verfügung stellen. Nachholen müssen sie den Tag nicht."

Quelle: RP
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