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Leverkusen
Zur Lage, Herr Richrath . . .

Leverkusen. Heute sammelt Uwe Richrath noch ein bisschen Müll - vielleicht trägt er dabei wieder diese knallgelben Gummistiefel, die ihm schon am Donnerstag gute Dienste geleistet haben, als er an der Dhünn in Wiesdorf auf Unratsuche ging. "Da merkt man erstmal, was die Leute alles wegschmeißen", kommentierte Richrath nach der Aktion. "Wir haben einen richtigen Batterie-Berg gefunden. Das ist erschreckend, wenn man bedenkt, wie viele Stellen es gibt, an denen man Batterien entsorgen kann, und wie schädlich es für die Umwelt ist, wenn die auslaufen." Vielleicht nutzt der Oberbürgermeister die Müllsammelphasen am Donnerstag und heute auch zu Kontemplation vor und nach einer Sonderratssitzung, die sich um die zwei größten Themen in der Stadt dreht: die Mehrkosten für die Gütergleisverlegung und den Ausbau der A1. Für letzten Punkt sucht die Stadt bereits nach einem Gutachter für die stadteigene Studie zur Frage, wie der Tunnel kreiert werden muss, damit Gefahrguttransporte möglich sind. Richrath graust es davor, dass in den nächsten Jahren der Verkehr noch zunehmen wird und "wir dann möglicherweise innerstädtisch noch mehr Verkehr bekommen, weil wir die großen Autobahnbaustellen haben. Hier ist wirklich schnelles Handeln erforderlich. Wir können uns keine unendlichen Planungsphasen erlauben", merkt er im Hinblick auf die von der Bürgerliste vorgebrachte Idee eines sechs Kilometer langen Tunnels zwischen Alkenrath und Köln-Merkenich an.

Weniger geworden sind in der jüngsten Zeit die Zuströme von Flüchtlingen in die Stadt. "Im Moment haben wir wenig Zuweisungen, im Landesbereich ist viel frei." Etwa in der Unterkunft Auermühle. Die Stadt spricht für diesen Monat von bisher unter zehn schutzsuchenden Menschen, die aufgenommen wurden. Das liege unter anderem daran, dass viele andere Städte ihre Aufnahmequoten noch nicht zum 100 Prozent erfüllt hätten und nun dort erstmal zugewiesen werden, erläutert Richrath. "Klar, das gibt uns erstmal etwas Luft. Wir können uns nochmal strukturieren, überlegen, wo wir noch Unterkünfte brauchen könnten. Aber es wäre Kaffeesatzleserei, jetzt genaue Zahlen festzulegen. Es weiß niemand, wann wieder mehr Menschen zu uns kommen. Das macht die Planung so schwierig." Die wenigen Zuweisungen sieht Richrath wirklich nur als Pause. "Denn das Weltproblem ist noch nicht gelöst.

In der nächsten Zeit wird sich entscheiden, ob es Außencamps an den Grenzen gibt, wie sich die Lage in den umkämpften Gebieten so entwickelt, dass dort wieder Stabilität herrschen kann und Menschen zurückkehren können", fasst der Oberbürgermeister zusammen.

"Und vor allem gibt es noch immer keine europäische Lösung."

Ludmilla Hauser

Quelle: RP
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