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Leverkusen
Zwei Herren sichern sich bei der Hitdorfer Kirmes neue Würden

Leverkusen. Festumzug, Hahnenköppen und eine Oldtimer-Show. All das sind Programmpunkte der Hitdorfer Kirmes. Die fand am Wochenende in dem Rheinörtchen statt. Ungewöhnlich: In die Reihe ordneten sich auch Dirndl und Lederhosen ein. Deren Träger hatten es sich nicht nehmen lassen, in der Stadthalle zum Auftakt am Freitag die Bavariaparty zu zelebrieren. "Wir feiern auch jedes Jahr ein Oktoberfest, und dort sind die Karten immer hoch gefragt", berichtet Angelika Hausdorf, 2. Vorsitzende des Hitdorfer Geselligkeitsvereins. "Deshalb haben wir uns entschieden, während der Kirmes eine Bavariaparty zu veranstalten. Im vergangenen Jahr haben wir an diesem Tag nur einen einfachen Tanzabend veranstaltet. Zu unserem Oktoberfest kommen regelmäßig über 300 Menschen. Aber heute Abend wären wir schon mit 100 zufrieden. Während der Urlaubszeit kommen halt nicht so viele Leute wie sonst", schließt sie an. Während der Bavariaparty fand auch die traditionelle Erweckung des Kirmespatrons Zachäus statt - nicht zu verwechseln mit dem Nubbel, dem Patron des Karnevals. Im Laufe der Zeit hat sich dieses Ritual der Auferweckung gewandelt. "Früher wurde eine Person, die als Zachäus verkleidet war, in einen Heuhaufen gesteckt. Dieser wurde dann auf der einen Seite angezündet, und der Zachäus ist auf der anderen Seite rausgesprungen", erzählt Hausdorf. "Durch die ganzen Sicherheitsauflagen ist dies heute nicht mehr möglich." Von Bastian Quednau

Deshalb erscheint der Patron auf der Bühne, führt ein Gespräch mit dem Redner, sammelt dann im Publikum Spenden ein. Dieser kleine Obolus, und der, der beim Oktoberfest gesammelt wird, kommt der am ersten Dezembersamstag stattfindenden Altenfeier des Vereins zugute.

Am letzten Kirmestag wird der Zachäus, in Form einer Strohpuppe, beerdigt. Zu diesem Anlass kommen die Gäste ganz in Schwarz gekleidet und tragen den aufgebahrten "Verstobenen" in einem kleinen Trauerzug durch Hitdorf. Zurück in der Stadthalle wird noch eine kleine Trauerrede gehalten, bevor der Patron in eine Holzkiste gelegt wird, wo er bis zum nächsten Jahr ruhen soll. Neu im Zachäus-Amt ist in diesem Jahr Bernd Ruther (52), der seit der Kindheit im Verein ist und 2012 auch schon Hahnenkönig war.

Das dazugehörige, am Samstag abgehaltene Hahnenköppen, hat einen historischen Ursprung. Die Tradition entstand zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit war das Rheinland von französischen Truppen besetzt, die dann jedoch von einem Bauernaufstand vertrieben wurden. Aus der Freude über den Sieg wurde ein Hahn - als Symbol für Frankreich - geköpft.

Hahnenkönig 2016 wurde Rainer Gintrowski, seit 34 Jahren im Verein. Er köpfte beim 39. Schlag den (bereits schon vorher toten) Hahn.

Quelle: RP
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