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Leverkusen
Zwei Sportplätzen droht die Schließung

Leverkusen. Der TuS Quettingen soll spätestens 2020 einen Kunstrasenplatz erhalten. So steht es im Weißbuch für Sportstätten. Dagegen könnten für die Anlagen in Schlebuschrath und Am Stadtpark die Lichter ausgehen. Von Roman Zilles

Viele Jahre haben sie auf die Nachricht gewartet. Nun ist sie da: Spätestens im Jahr 2020 soll der TuS 05 Quettingen einen Kunstrasenplatz erhalten. "Jetzt haben wir Planungssicherheit", sagt Heinz-Jürgen Pröpper, Abteilungsleiter der Seniorenfußballer des TuS. Bereits 2011 wurde ein Förderverein für die Umwandlung des Platzes am Weidenbusch gegründet. Denn, merkt Pröpper an: "Um als Verein konkurrenzfähig zu bleiben und gute Fußballer zu halten, ist ein Kunstrasen unerlässlich."

Der soll rund 800.000 Euro kosten. So steht es im vierten "Weißbuch der Leverkusener Sportstätten". "Wir hoffen, dass wir bis 2019 genügend Eigenkapital aufbringen können, um mit dem Umbau zu beginnen. So könnten wir auf Kunstrasen in die Saison 2020/21 starten", sagt Pröpper. Den Löwenanteil der Summe stemmt der Sportpark, der dazu jedes Jahr 200.000 Euro aus der Sportpauschale zurückstellt. Ausnahme: Dieses Jahr sind es nur 130.000 Euro, da in Lützenkirchen ein kleines Kunstrasenspielfeld angelegt wird; als Kompensation für den Wegfall der Wiesenfläche, auf der eine Containersiedlung für Flüchtlinge entstanden ist.

Während die Quettinger sich als ein Sieger fühlen dürfen, kennt das Weißbuch auch Verlierer. Im Zuge einer Begutachtung von Leverkusener Sportanlagen ohne Kunstrasen fielen die Plätze in Schlebuschrath und Am Stadtpark offensichtlich durch: Der Pflegezustand sei jeweils sehr schlecht und die Auslastung gering. Daher "sollte eine Schließung der Sportanlage in Betracht gezogen werden", heißt es jeweils dazu im Weißbuch.

Angesprochen auf beide Anlagen, sagt Georg Boßhammer: "Man kann schon überlegen, ob es nicht Sinn macht, zusammenzurücken. Aber wie es weitergeht, das muss die Politik entscheiden", sagt der Leiter des städtischen Sportparks und verweist darauf, dass schon 2005 eine Schließung der Plätze Thema war. Damals waren es eine Empfehlung der Unternehmensberatung Kienbaum. Die setzte auch beim Birkenberg den Rotstift an. Der ist mittlerweile aber gut ausgelastet. Die beiden anderen Anlagen eher nicht. In Schlebuschrath nehmen vier Teams des SSV Alkenrath am Spielbetrieb teil, am Stadtpark sind es zwei Mannschaften des BV Wiesdorf.

Beim SSV zerstreut Dieter März mögliche Schließungs-Gedanken. "Wir haben hier einen guten Zulauf an Jugendlichen, und nach der Sommerpause nehmen acht Mannschaften von uns am Spielbetrieb teil", sagt der Ehrenvorsitzende. Zudem seien die obere Schicht des Tennenplatzes erst im vorigen Jahr erneuert worden und der Bau eines neuen Klubhauses geplant. "Es gibt also keinen Grund, die Anlage hier zu schließen", betont März.

In Wiesdorf ist der Vorsitzende der Meinung, "dass man uns loswerden will. Das ist einfach nur traurig", sagt Thomas Faber. Ob er Sorge um die Existenz des BV habe? "Logisch" lautet die Antwort. Denn sollte es zur Schließung der Anlage kommen, "würden wir wohl nicht auf einen anderen Platz umziehen. Dazu sind die meisten bei uns zu eingesessen", sagt Faber. Kommendes Jahr laufe der Vertrag aus, der die Zuschüsse für Wartung und Instandhaltung der Anlage regelt. Sollte der nicht verlängert werden, dann könnte dies das Ende des Vereins bedeuten. "Denn aus eigener Kraft könnten wir das hier nicht stemmen", merkt der Vorsitzende an.

Während anderswo also die Lichter ausgehen könnten, geht es dagegen in Quettingen noch mal so richtig los. "Jetzt geben wir noch mal richtig Gas beim Spendensammeln", sagt Pröpper. In der Überlegung sei zudem eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge. "Aber das müssen wir erst besprechen", ergänzt der Abteilungsleiter.

Quelle: RP
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