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Meerbusch
23 Medaillen für Sportschützen

Meerbusch: 23 Medaillen für Sportschützen
Konzentration, Ausdauer und die richtige Atmung für den perfekten Schuss. Sportschützen trainieren am Luftgewehr, nächsten Monat steht die Stadtmeisterschaft Meerbusch an. FOTO: end
Meerbusch. Die Meerbuscher Sportschützen glänzen bei der Deutschen Meisterschaft in Phillipsburg. Vorsitzender Wolfgang Nickel spricht über Nachwuchsprobleme und die öffentliche Wahrnehmung. Von Christian Albustin

Stolze 23 Medaillen haben die Mitglieder des Sport Schützen Club Meerbusch (SSCM) erlangt, bei der diesjährigen deutschen Meisterschaft des Bundes Deutscher Sportschützen 1975 (BDS). Allein 21 davon gingen an den jüngsten der fünf Anwärter: Justin Nickel (21). Er holte in verschiedenen Kurz- und Langwaffendisziplinen neun Mal Gold, neun Mal Silber und drei Mal Bronze. Zusammen mit seinem Vater, Wolfgang Nickel, sowie Malte Steiner holten die drei darüber hinaus Gold in der Mannschaftswertung in der Disziplin 50 Meter Präzision. Sechs Schützen hatten sich für die Teilnahme qualifiziert, fünf fanden auch die Zeit, um nach Philippsburg zufahren. Am Wettkampf, der an den ersten zwei Wochenenden im September ausgetragen wurde, nahmen mehr als 1000 Schützen teil. Diese mussten in 20 Klein- und Großkaliber Disziplinen ihr Können zeigen und die teilweise nur Centstück großen Ziele auf bis zu 300 Meter Entfernung treffen.

"Beim Schießen kommt es vor allem auf Konzentration, Ausdauer und Atmung an", erzählt Malte Steiner. In der Disziplin Präzision würden in zehn Minuten nur zehn Schuss abgegeben, das ganze drei Mal. Danach würden die Punkte der Ringscheiben zusammengezählt, die der Schütze erfolgreich getroffen hat. Theoretisch könne man so auf maximal 300 Punkte kommen. Wenn dies mehreren Personen gelingt, könne es auch schon mal mehrere erste Plätze geben.

Im Schatten von Anschlägen und Amokläufen ist es dem Vorsitzenden, Wolfgang Nickel, wichtig, seine Sportschützen ins rechte Licht zu rücken. Anwärter, die mit rechter Gesinnung oder nur des Waffenbesitzes wegen herkämen, würden gar nicht erst im Verein zugelassen. "Das könnten wir uns als Verein auch gar nicht leisten", betont Nickel. "Wenn da was auf uns zurückfällt, können wir sofort zumachen."

Der Weg sei lang, um in Deutschland legal an eine Waffe und die dafür nötige Waffenbesitzkarte zu gelangen. Mindestens ein Jahr Mitgliedschaft in einem eingetragenen Verein, praktische und theoretische Prüfungen im Fach Waffenkunde, ein sicherer Aufbewahrungsort und 18 regelmäßige Schießübungen müssen vom Schützen nachgewiesen werden. Die Prüfungen würden von der Bezirksregierung kontrolliert, das Schießbuch müsse vom Verein gegengezeichnet und Austritte sofort gemeldet werden. Viel deutsche Bürokratie also, spontan ginge da gar nichts. Nickel beklagt daher, dass in der Statistik Verbrechen mit legalen Waffen und illegalen in einen Topf geworfen würden, obwohl letztere die deutlich größere Gefahr darstellten.

Der Verein unter Wolfgang Nickel hat aktuell 48 Mitglieder, darunter sind fünf Frauen. Es seien zwar viele Jugendliche im Schützenverein, aber den Sprung zum Schießsport machten die wenigsten. Malte Steiner ist überzeugt: "Schießen ist ein Hobby wie jedes andere auch. Da kann man nach der Arbeit komplett runterfahren." Ganz preiswert sei das Hobby allerdings nicht, wenn man es ernsthaft betreiben wolle. Eine eigene Waffe brauche man als Einsteiger zwar nicht sofort, aber mit 30 bis 40 Schuss pro Woche könne man schon rechnen, wolle man für Wettkämpfe trainieren. Interessierte könnten freitags um 18.30 Uhr am Eisenbrand vorbeischauen.

Quelle: RP
 
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