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Willi Beeck
25 Jahre Bühnenbau fürs Buretheater

Willi Beeck: 25 Jahre Bühnenbau fürs Buretheater
Meerbusch. Karl Schmalbach, der 2013 verstorbene Gründer des Lotumer Buretheaters, machte die Beecks vor rund 28 Jahren zur Theaterfamilie. Erst gewann er Liesel Beeck als Schauspielerin. Drei Jahre später warb er Ehemann Willi Beeck (Foto) für den Bühnenbau an. Der Tischler merkte bald, dass der Kulissenbau mindestens vier Hände brauchte. Also halfen die Söhne. Vor allem Jochen Beeck werkelte für das Buretheater, 18 Jahre lang. Die zwei Männer bauten voriges Jahr zum letzten Mal das Bühnenbild. Liesel Beeck spielt weiter, auch beim Stück "Dä fiese Möpp", das im Oktober im Lanker Forum Wasserturm Premiere hat.

"Jout", sagte Schmalbach zu Willi Beeck. "Gut, dass du jetzt dabei bist." Denn das Bühnenbild zuvor war mangelhaft. "Die Nägel hingen so weit raus, dass die Schauspieler hängen blieben. Die Kostüme waren zerrissen", erinnert sich Willi Beeck. Wenn ein neues Stück anstand, besuchte Schmalbach die Beecks und gab Instruktionen, selbst dann noch, als Günther Margielsky 1992 als Bühnenbildner eingestellt wurde und Konzepte entwarf - Anweisungen wie das Fenster, das diese, nur diese Form haben und ja im richtigen Winkel zum Publikum ausgerichtet sein sollte. Schmalbach hatte das Lotumer Buretheater 1982 gegründet, wirkte als Autor, künstlerischer Leiter, Schauspieler, Regisseur. Mit seiner Arbeit wollte er die rheinische Mundart bewahren.

Die Bühne wurde in der Garage von Willi Beeck gebaut. Transport und Aufstellen vor Ort waren mitunter schwierig, zumal man früher auch im Gymnasium in Strümp, im Rheinischen Landestheater in Neuss und in Ratingen spielte, erzählt Willi Beeck: "Und Neurath war die größte Pleite, die wir erlebt haben." Die Bühne zu kurz, in der Halle eine Schräge: "Wir mussten die Kulissen abschneiden und für die Vorstellung im Landestheater wieder zusammenflicken."

Nun, mit 79 Jahren - am Donnerstag feiert er seinen 80. Geburtstag -, hört Willi Beeck auf: "Die Kulissen wurden immer größer und die Arme kleiner." Das ist auch der Grund, warum ihn seine Söhne immer wieder unterstützten. Thomas (49) ist Elektriker, Jochen (46) Tischlermeister und Norbert (44) arbeitet im Bereich Informatik. "Norbert war der Springer", erklärt Willi Beeck. Aber ein Springer, der sehr selten im Einsatz war. Anders als Jochen Beeck. "Ich bin weder Vereins- noch Theatermensch, aber alleine wäre das zu viel Arbeit für meinen Vater gewesen", sagt Jochen Beeck. Er baute 18 Jahre die Bühne mit. "Es hat viel Spaß gemacht. Wir waren ein eingespanntes Team." Doch schon zu Beginn hatte der Sohn beschlossen: "Wenn mein Vater aufhört, höre ich auch auf." Den Bühnenbau überlassen die Beecks jetzt Nachfolger Tim Thönnissen. Maike Billen

Quelle: RP
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