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Heimat entdecken in Meerbusch
326 Quadratmeter Kleingartenidyll

Heimat entdecken in Meerbusch: 326 Quadratmeter Kleingartenidyll
Fühlen sich in ihrem Kinder-Gartenparadies sehr wohl: Michael und Stephanie Bischof mit Tochter Jule in der Kleingartenanlage in Osterath. FOTO: Ulli Dackweiler
Meerbusch. Familie Bischof hat einen Kleingarten in Osterath gekauft. Jede freie Minute verbringen Vater, Mutter und Kind in dieser neuen zweiten Meerbuscher Heimat. Es gibt Gemüse aus eigenem Anbau und viel Platz für Tochter Jule. Von Regina Goldlücke

Stephanie Bischof hatte sich schon lange einen Garten gewünscht. Ihr Mann Michael zuerst nicht. Dann bekamen sie vor zweieinhalb Jahren eine Tochter - und wurden nur wenige Monate später stolze Besitzer einer 326 Quadratmeter großen Parzelle im Kleingartenverein Meerbusch Osterath. "Jule war mein Joker", erzählt Stephanie Bischof mit triumphierendem Lächeln. "Ich wollte mit ihr im Sommer nicht nur auf dem Balkon sitzen oder zum Spielen immer in einen öffentlichen Park." Und so entstand für Jule dank Papas tatkräftiger Unterstützung ein Kinderparadies. Mit Schaukel, Rutschbahn und Planschbecken, sobald es wieder warm wird. Aber wer hat wohl inzwischen den meisten Spaß und den größten Gewinn von der eigenen Scholle? Man muss nur zuhören, wenn Michael Bischof von seinen neu erworbenen Fähigkeiten schwärmt: "Es macht so viel Freude, im Frühjahr das Gemüse vorzuziehen und den Pflanzen beim Wachsen zuzuschauen." Der Tischler entdeckte im Gärtnern einen befriedigenden Ausgleich zu seinem Beruf. Die Beete hat er akkurat eingefriedet und wegen der vielen Kaninchen mit Maschendraht überzogen. Auch ein Hochbeet für Kohlrabi und Salat legte Michael Bischof an. "Das macht die Arbeit rückenfreundlicher, außerdem haben es die Pflanzen wärmer und sind geschützter." Im Sommer wird die Familie Kartoffeln und Bohnen, Pfirsiche und Kirschen ernten. "Voriges Jahr hatten wir Unmengen von Pfirsichen", erzählt Stephanie Bischof. "Aber noch mehr Zucchini. Da gab es halt über drei Wochen lang überwiegend Zucchini, andauernd musste ich mir neue Rezepte ausdenken."

Die kleine Jule weiß, dass in ihrem Garten bald auch Beeren reif werden und sucht schon nach den Erdbeeren. Ein komplettes Sortiment an Sträuchern, die im Sommer Beerenfrüchte tragen, konnten die Bischofs zu ihrer Freude von der Vorbesitzerin übernehmen.

Manches im Garten wurde aber auch verändert. Der Teich ist aus Sicherheitsgründen beseitigt, Wasser sprudelt jetzt nur noch aus einem Springbrunnen. Von dem einst gewollten "Wildwuchs" und den zahlreichen verspielten Dekorationen haben sie sich verabschiedet, sie mochten es offener, übersichtlicher und familienfreundlicher. Die wunderschöne Birke mit der weit gespannten flachen Krone aber schätzen sie sehr. "Ein perfekter Sonnenschutz", sagt Stephanie Bischof, die in Teilzeit arbeitet und Jule nachmittags von der benachbarten Kita abholt, "unter dem schattigen Blätterdach habe ich meinen Lieblingsplatz. Hier lese und träume ich vor mich hin." Ihr Mann ergänzt mit feinem Spott: "Ich bin für den Nutzgarten da, sie für die Erholung." Aber so will sie das nicht auf sich sitzen lassen: "Nee, nee, ich helfe auch!"

76 Parzellen verteilen sich großzügig auf 33.000 Quadratmeter. Als sich das Ehepaar aus Osterath vor zwei Jahren auf die Suche nach einem passenden Garten machte, war ihrer als einziger frei. "Es gibt zwar keine Warteliste, aber kaum ist ein Grundstück auf dem Markt, ist es auch schnell weg", so Michael Bischof. Sie kannten das Gelände, haben im Vereinsheim sogar ihre Hochzeit gefeiert.

Stephanie Bischofs Wünsche erfüllten sich alle: mit dem Kind viel an der frischen Luft sein, sich bewegen, spontan und unkompliziert Freunde zum Grillen treffen. Das gemauerte 24-Quadratmeter-Häuschen mit Stromanschluss bedeutet einen großen Gewinn für die Freizeitgestaltung, da stört auch ein Regenschauer nicht. Wie die Pflanzen haben sie es gekauft, während das Grundstück der Stadt Meerbusch gehört.

Drinnen ist es heimelig. Es gibt eine praktische Küchenzeile und eine gemütliche Sitzecke, über der eine Skizze der aufgereihten ostfriesischen Inseln hängt. Nordsee-Liebhaber, oder? Ja, sie mögen Langeoog, wohin es im Sommer wieder gehen soll. Nur ist die Sehnsucht nach dem Urlaub nicht mehr ganz so drängend wie früher. Ihre grüne Oase im Kleingarten ist für die Bischofs so wertvoll wie ein Stück Urlaub.

Quelle: RP
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