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Meerbusch
3M investiert 1,2 Millionen Euro in Strümp

Meerbusch: 3M investiert 1,2 Millionen Euro in Strümp
Wendt GmbH in Strümp. Kleines Bild: Debra Rectenwald, Vize-Präsidentin, und Betty Mei, Technische Direktorin der "3M Abrasive Systems Division" eröffneten mit Global-Business-Direktor Felix Thun das neue Testcenter in Meerbusch. FOTO: 3M
Meerbusch. Die amerikanische Firma hat in ihrem Meerbuscher Tochterunternehmen Wendt GmbH ein Testcenter für Schleiftechnologie eröffnet. Neue Werkzeuge etwa für die Automobilindustrie und Medizintechnik werden dort getestet. Von Sebastian Peters

Für den Wirtschaftsstandort Meerbusch ist es eine gute Nachricht: 1,2 Millionen Euro hat das amerikanische Unternehmen 3M in seine Tochterfirma Wendt GmbH am Standort Fritz-Wendt-Straße 1 investiert. Im Strümper Gewerbegebiet nahe des Autobahnkreuzes Meerbusch werden jetzt Schleifgeräte getestet, die weltweit von Industrieunternehmen eingesetzt werden. Die neue Investition, die bereits komplett realisiert wurde, hat 3M gestern öffentlich gemacht. "Sie bedeutet auch eine Aufwertung für den Standort Meerbusch", sagte auf Anfrage Felix Thun, Globaler Business-Direktor für den Bereich Schleifsysteme bei 3M.

Die Firma Wendt wurde 1920 als Handelsfirma für Schleifwerkzeuge gegründet und stellt Diamant und CBN-Schleifwerkzeuge her - die Abkürzung CBN steht für "Kubisches Bornitrid", das zweithärteste Material nach dem Diamanten. Wendt bietet damit Systemlösungen für hochpräzises Schleifen von hochharten Werkstoffen wie Keramik und Hartmetall, nicht für die Endkunden im Baumarkt, sondern für Betriebe etwa in der Automobilindustrie und Medizintechnik. 2011 übernahm 3M die Winterthur Technologie Gruppe, zu der Wendt bis dahin gehört hatte. 260 Mitarbeiter arbeiten am Standort Strümp.

Das neue "3M Precision Grinding Testcenters" - es ist laut Felix Thun eine der modernsten Testanlagen der Branche. Auf drei Schleifmaschinen sollen Werkzeuge wie zum Beispiel Wendeschneidplatten, Bohrer und Fräser, aber auch alle Arten von Wellen für den Automobilmarkt praxisnah getestet und bearbeitet werden. Mithilfe moderner Messtechnik würden die in staubfreien Räumen erzielten Schleifergebnisse erfasst und bewertet. Darüber hinaus biete das Testcenter Raum für Kundentrainings und Demonstrationen an Schleifmaschinen.

Eine "sehr wichtige Investition nennt Felix Thun den Bau. Auch in der Schleifbranche werde es wichtiger, immer schneller neue und noch leistungsfähigere Produkte zu erfinden. Im neuen Testcenter könnten Kunden aus aller Welt gemeinsam mit 3M neue Schleifwerkzeuge entwickeln und testen.

Der Standort Strümp hat für 3M eine Laborfunktion. Dort, so betont, Thun würden aber auch noch unter der Marke Wendt eigene Schleifwerkzeuge hergestellt.

In der Meerbuscher Stadtverwaltung herrscht Zufriedenheit über das Invest. Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage (CDU) sagt: "Ich freue mich, dass die Firma 3M am Standort Meerbusch weiter in neue innovative Technologien investiert und mit der Gründung des Testcenters seine Position am Weltmarkt weiter festigt. An der Fritz-Wendt-Straße werden seit Jahrzehnten Spitzenprodukte im Bereich der Schleiftechnik erzeugt, die Entwicklung setzt sich nun fort. Investitionen namhafter Unternehmen sind eine Qualitätssiegel für den Wirtschaftsstandort Meerbusch." Wirtschaftsförderin Heike Reiß sagt: "Das sind tolle Neuigkeiten für unseren Standort Meerbusch. Mit dieser Investition zeigt 3M natürlich, wie wichtig der Standort in Strümp ist und ich hoffe, dass durch das neue Testcenter langfristig auch weitere Arbeitsplätze am Standort entstehen."

Aus Sicht von Felix Thun ist einer der Vorteile des Testcenters, das die Endkunden aus der Industrie ihren Produktionsprozess nicht für aufwändige und zeitraubende Testreihen unterbrechen müssen, sondern weiter produzieren können, während in Meerbusch neue kundenspezifische Lösungen entstehen. Auch 3M profitiere vom Dialog mit dem Kunden: Durch das Testcenter würden Kunden weltweit direkt in die Entwicklung neuer Lösungen im Bereich der Schleiftechnik eingebunden. "Unseren Schleifexperten eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten für eine enge, dialogbasierte und beschleunigte Entwicklungsarbeit", so Ingenieur Christian Michels, Technischer Manager der "Abrasive Systems Division" von 3M.

Quelle: RP
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