Meerbusch 40 Geschichten über die guten Dinge

Meerbusch · Lutz E. Dreesbach aus Lank hat Manufakturen besucht und stellt sie in einem Buch vor.

 Kreuz und quer ist Lutz Dreesbach durchs Land gereist und hat unterschiedliche Manufakturen besucht und ihre Geschichten aufgeschrieben.

Kreuz und quer ist Lutz Dreesbach durchs Land gereist und hat unterschiedliche Manufakturen besucht und ihre Geschichten aufgeschrieben.

Foto: Bauer

Einen Grund, das Entstehen von 40 Erfolgsgeschichten aus NRW unter dem Titel "Die guten Dinge" auf 170 Seiten zu erklären, braucht Lutz E. Dreesbach nicht: "Es ist die Liebe zum Handwerk. Ich habe faszinierende Geschichten gehört, über alte Handwerkskunst und neue Entwicklungen, Familienunternehmen seit Generationen, Neugründungen, spannende Geschäftsideen und deren Umsetzung."

Die in allen seinen Gesprächen zu spürende inspirierende Euphorie hat das soeben erschienene Buch zu einem Plädoyer für Qualität, Individualität und Nachhaltigkeit werden lassen. Dabei war es für den Kommunikationsberater und Autor, der in Lank-Latum lebt, in NRW gar nicht so einfach, Manufakturen zu finden, die gute Dinge herstellen: "Dieser Begriff wird missbraucht."

Ursprünglich als "Produktionsstätte von Handwerkern verschiedener Professionen oder hoch spezialisierter Teilarbeiter eines Handwerks" bezeichnet, sind im Internet irreführende Hinweise zu finden: "Es ist viel Unsinn dabei."

Aber die Manufakturen, die Lutz E. Dreesbach letztendlich gefunden und besucht hat, sind diejenigen, die "Die guten Dinge" erstellen. "Die Inhaber und Erfinder haben voller Leidenschaft erzählt, haben die Liebe zum Detail, zu ihren mit Herzblut hergestellten Produkten und der Familientradition dargelegt." Schließlich ist der 68-Jährige kreuz und quer durchs Land gereist, um in verschiedenen Branchen "die Macher und ihre Leidenschaft" zu treffen, jene Menschen, die hinter den Produkten stehen. In Neuss hat er "Waldkauz" gefunden, eine gut florierende Manufaktur, die sich auf Jagdausrüstungen spezialisiert. Hier hat der gelernte Grafikdesigner und heutige Geschäftsführer Markus Holthausen durch Zufall "den Nerv vieler Jäger getroffen" und führt nun mit Ehefrau Gundula und Mitarbeitern ein erfolgreiches Unternehmen mit "exklusiven Manufaktur-Erzeugnissen".

Lutz E. Dreesbach war auch in der 1908 gegründeten Krawatten-Manufaktur Asco Karl Moese GmbH in Krefeld. Das Unternehmen wird heute in vierter Generation von Jan Moese und Schwester Barbara Pauen geleitet. Ihr Appell ist: "Tragt schöne Krawatten, offenes Hemd kann jeder!" Anregungen, wo beispielsweise Strandkorbbauer, Bonbonmacher oder Glockengießer ihrem Handwerk nachgehen, bekommen Dreesbach und seine Frau Tine - sie hat ihren Mann auf einem großen Teil seiner Recherchen begleitet und fotografiert - auf Schlossmärkten und ähnlichen Veranstaltungen: "Die Handwerkskünstler dort arbeiten live, mit viel Aufwand."

Aufwendige Recherchen aber ist Dreesbach ohnehin gewohnt. Als 23-Jähriger war er Volontär bei der Rheinischen Post, wurde für "wirtschaftsnahe Themen" eingespannt, und war im Anschluss langjähriger Redakteur des Handelsblatts: "Meine Artikel fielen oft aus dem Rahmen, und so machte ich mir einen 'gewissen Namen'", erinnert sich der 68-Jährige. Auch später als Kommunikationsleiter der damaligen Thyssen AG blieb er mit Wirtschaft und Journalismus vertraut.

Der Privatmensch Dreesbach legt ebenfalls Wert "auf beste Qualität made in NRW". Deshalb empfiehlt er: "Das Buch ist für alle gedacht, die Sinn haben für Tradition und das, was über den Tag hinausweist."

Das Buch "Die guten Dinge" ist im Droste-Verlag erschienen und kostet 16,99 Euro.

(RP)
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