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Meerbusch
Ab Herbst verdoppeln sich die Einbrüche

Meerbusch. Mit der dunklen Jahreszeit beginnt die Hauptsaison für Einbrecher. Zahlen aus dem Kreis zeigen eine Verdopplung der Wohnungseinbrüche im Vergleich zu den Sommermonaten. Die Nachfrage bei Sicherheitstechnik wird größer. Von Julia Hagenacker und Simon Janssen

Die Herbst- und Wintermonate sind die Hauptsaison für Einbrecher. Das belegen Zahlen, die die Polizei jetzt mitgeteilt hat. So wurden von Oktober 2015 bis März dieses Jahres im Rhein-Kreis Neuss insgesamt 1092 Einbrüche verzeichnet. In 427 Fällen blieb es beim Versuch. In den vorausgegangenen Monaten - April bis September 2015 - waren es lediglich 524 Einbrüche (258 Versuche), also weniger als die Hälfte im Vergleich zur "dunklen Jahreszeit".

In der Konsequenz setzen die Bürger im Rhein-Kreis jetzt nicht nur auf eine aufmerksame Nachbarschaft oder schnelle Polizeibeamte, sondern auch auf Technik. Mitarbeiter des Unternehmens "Einbruchschutz Schor" in Dormagen, das auch Kunden in Düsseldorf und Köln betreut, registrieren derzeit zum Beispiel eine deutlich steigende Nachfrage. "Diese Zeit ist ganz besonders gefährlich. Das sieht man am Kundenandrang", sagt Sicherheitsexperte Lucas Sucke, der von einer kontinuierlichen Steigerung spricht: "Es werden von Jahr zu Jahr mehr Einbrüche. Dementsprechend wollen sich immer mehr Menschen absichern."

Der erste Schritt sei in den meisten Fällen eine mechanische Lösung, also die Installation eines Zusatzschlosses oder der Austausch der innenliegenden Fensterverriegelungen. "Bei Bedarf wird auch noch eine Alarmanlage hinzugezogen", sagt Sucke. Erst in der Weihnachtszeit gehe der Kunden-Ansturm zurück, um im Sommer - kurz vor den Ferien - wieder neue Fahrt aufzunehmen.

Wie Polizeisprecherin Diane Drawe mitteilt, bleibt mehr als ein Drittel aller Wohnungseinbrüche im Versuchsstadium stecken, "was nicht zuletzt auf technische Sicherungen zurückzuführen sein dürfte." Das Thema Wohnungseinbruch beschäftige die Polizei in der dunklen Jahreszeit in besonderem Maße. Insbesondere nach der Zeitumstellung begünstige die früher einsetzende Dunkelheit erfahrungsgemäß die Täter bei der Auswahl der Häuser und Wohnungen, in die sie einbrechen wollen. "Dunkle Fenster und hochgezogene Rollladen zeigen deutlich, dass der Eigentümer oder Mieter nicht zu Hause ist", sagt Drawe. Die Polizei gehe mit zivilen und uniformierten Streifen gegen Wohnungseinbrüche vor.

Eine weitere Maßnahme, die helfen soll, Einbruchszahlen zu reduzieren, ist das Einbruchsradar. Seit April listet die Polizei darin auf ihrer Internetseite immer montags die Einbrüche und Einbruchsversuche der vergangenen sieben Tage im Rhein-Kreis auf - auf einer Karte für den nördlichen, auf der anderen für den südlichen Teil. Dabei werden keine Adressen, sondern nur die Stadtteile genannt. In Meerbusch schlugen Täter demnach zuletzt zweimal in Büderich zu. In einem Fall blieb es bei einem Einbruchsversuch. Das Radar, sagt die Polizei, soll aufmerksam machen. Wer im Rhein-Kreis wohnt, soll erfahren, wie nah die Täter ihnen eventuell schon gekommen sind.

Schlussendlich ist beim Kampf gegen Wohnungseinbrecher nicht zuletzt die Prävention ein wichtiger Baustein. So erklärt die Polizei regelmäßig mit Infoständen vor Ort, wie sich Häuser und Wohnungen schützen lassen. Wie leicht sich ein ungesichertes Fenster aufhebeln lässt, können Besucher bei den nächsten Terminen am 24. Oktober, in Neuss (13.30 bis 15 Uhr, Niederstraße, Höhe Kaufhof) und am 27. Oktober (10 bis 11.30 Uhr, Dr.-Franz-Schütz-Platz) in Meerbusch erfahren.

Quelle: RP
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