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Meerbusch
Abschleppdienst droht Anzeige

Düsseldorf. Der Ärger, den die anhaltende Abschleppaktion auf dem Supermarkt-Parkplatz Dorfstraße/Brühler Weg auslöst, eskaliert. Am Samstag holte ein Bürger die Polizei, weil er sich von Mitarbeitern des Abschleppdienstes bedroht fühlte. Ein anderer droht dem Abschleppdienst jetzt mit Strafanzeige wegen Nötigung und unberechtigtem Entzug von Eigentum. Von Jan Popp-Sewing

"Unser Sohn sollte am Samstag ein Brot kaufen, ein bestelltes Medikament bei der Apotheke abholen und Getränke bei ,Kaiser's' kaufen", berichtet Dr. Stephan Schelo aus Büderich. Um 8.45 Uhr habe sein Sohn auf dem Supermarkt-Parkplatz geparkt. Etwa sieben Minuten später sei er zurückgekehrt, da er das Geld vergessen hatte. Diese Zeit habe der Abschleppdienst genutzt, den BMW an den Haken zu nehmen. Während ein anderes Auto auf Bitte des herbeieilenden Halters wieder freigegeben worden sei, habe der Abschleppdienst im Falle des BMW auf sofortiger Bezahlung bestanden und mit Abtransport des Wagens nach Neuss gedroht. "Erst nach Barzahlung von 110 Euro gab der Mitarbeiter den Wagen wieder frei", so Dr. Schelo.

Ob auf der Fläche, wo der Wagen abgestellt war (neben den Pollern an der Dorfstraßen-Seite des Platzes), ein Halteverbot herrsche, sei nicht zu erkennen – und das Schild, das Parkscheiben vorschreibe, sei gerade durch ein anderes Fahrzeug verdeckt gewesen. "Der Mitarbeiter des Abschleppdienstes hätte zumindest einige Minuten abwarten müssen, um zu prüfen, ob es sich um einen ,Dauerparker' handelt, zumal dort niemand behindert wurde", so Dr. Schelo. Er ist sich sicher, dass das Unternehmen vom Grundstücksverwalter keinen Auftrag zu einer so weitgehenden Abschlepp-Praxis bekommen hat und fordert die 110 Euro daher zurück. Er setzte der Firma eine Frist von zwei Wochen. Werde das Geld nicht erstattet, komme auf das Unternehmen eine Anzeige zu.

Die Abschleppaktion geht unterdessen weiter. Gestern Mittag konnte man beobachten, wie der gelbe Abschleppwagen praktisch im Dauereinsatz Fahrzeuge ohne Parkscheibe sowie Halteverbot-Parker entfernte. Verärgerte Kunden der umliegenden Geschäfte traf man gleich reihenweise an.

Beim Abschleppunternehmen mit Sitz in Dormagen/Neuss weist man darauf hin, dass die Mitarbeiter lediglich Fahrzeuge ohne Parkscheibe und solche, die die Feuerwehr- und Rettungswege blockieren, wegschleppen.

Quelle: RP
 
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