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Meerbusch
Ärger um Aula der Martinus-Schule

Meerbusch: Ärger um Aula der Martinus-Schule
Rumba, Disco-Fox und Tango: Trainer und 1. Vorsitzender Dieter Lass (Mitte) ist ganz in seinem Element. In der Aula der Martinus-Schule trainiert der Tanzclub Meerbusch seit über 30 Jahren. FOTO: chal
Meerbusch. Die Mitglieder des Tanzclubs Meerbusch haben vor Jahren viel Zeit und Geld in die Renovierung gesteckt. Doch seit einiger Zeit gibt es Unstimmigkeiten in Bezug auf Absprachen und den Zustand des Trainingsorts. Von Christian Albustin

Dieter Lass, erster Vorsitzender des Tanzclubs Meerbusch (TCM) ist sauer. Bevor er an diesem Mittwoch mit dem Training beginnen kann, müssen auf der Tanzfläche erst vier Tische mitsamt Stühlen weggeräumt werden. Richtig ärgerlich sei es, wenn die ganze Aula voll stehe und das Training gar nicht stattfinden könne. "Einmal stand hier alles voller Bühnenaufbauten", bestätigt ein Tänzer, der sich gerade die Tanzschuhe anzieht.

Der Verein, 1978 gegründet, renovierte 1984 die Halle, die damals noch zur Raphael-Schule gehörte. In Eigenarbeit und mit 50.000 D-Mark sanierten die Vereinsmitglieder Parkettboden, Wände und Decke. "Dafür bekamen wir einen Exklusivvertrag für 20 Jahre, danach noch mal eine Verlängerung für weitere zehn." Natürlich habe auch damals schon die Schule den Raum genutzt, alles in Absprache. Mit den Schulleitern habe es in der Zeit nie Probleme gegeben.

Mit dem Ende der Raphael-Schule endete allerdings der Exklusivvertrag und seit 2014 muss der Tanzclub die Aula mit drei weiteren Nutzern teilen. Mit der Schließung der Förderschule wurde das Gebäude, in dem die Aula liegt, umgebaut und für die Kita Schatzinsel renoviert. Seit dem belegt tagsüber die Martinus-Schule den Raum, unter anderem für den offenen Ganztag und die Theaterwerkstatt. Abends nutzen neben dem Tanzclub auch die Volkshochschule und der SSV Strümp die Aula.

Eine unaufgeräumte Halle sei aber nicht das größte Problem, heißt es beim TCM. Immer wieder komme es vor, dass die Aula kurzfristig anderweitig vergeben werde. "Einen Tag vorher, eine Stunde vorher erreicht man doch nicht mehr alle", reagiert ein weiterer Tänzer aufgebracht. Die betroffenen Mitglieder bezahlten schließlich für ihr Training und stünden dann vor verschlossenen Türen.

Claus Klein, Leiter des Bereichs Service Immobilien der Stadt Meerbusch, sieht die Nutzer der Aula selbst in der Verantwortung. "Uns wird der fertige Belegungsplan nur vorgelegt." Der SSV Strümp, die Volkshochschule und der Tanzclub müssten sich untereinander einigen, "wenn Informationen nicht weiterfließen, ist das natürlich auch aus unserer Sicht nicht schön." Die letzte ihm bekannte Terminverschiebung sei aber schon vier bis fünf Monate her.

Der Osterather Betreuungsverein (OBV), der die Räume bei der Stadt mietet und betreibt, verweist auf Nachfrage an die Koordinatorin der Kita, Andrea Knigge-Meitza. Diese widerspricht jedoch: "Wir nutzen die Aula gar nicht", und gibt die Verantwortung für den Belegungsplan an die Schulleitung der Martinus- Schule weiter. Eine Antwort seitens der Schule steht noch aus.

Cornelia Welling, Jugendwartin des Vereins, hat den dritten großen Kritikpunkt auf der Liste: "Bei Wind und Wetter müssen wir über den Schulhof zu den Toiletten." Gestattet ist dem TCM der Zugang zu zwei einzelnen Räumen mit je einer Toilette in knapp 100 Metern Entfernung. "Wir bieten Tanzkurse für Kinder ab vier Jahren an, die kann man doch nicht alleine dahinschicken." Dabei gebe es in der Kita direkt nebenan sechs bis acht Damen-WCs. Früher konnte der TCM diese auch nutzen, bis es eine Beschwerde seitens der Kita gab. Mehrfach seien Kita-Räume verdreckt und die Toiletten beschmiert gewesen, als Kita-Mitarbeiter morgens ihre Arbeit begannen. Sogar geplünderte Kühlschränke hätte man ihnen vorgeworfen. "Wir sind ein Tanzclub, die meisten Mitglieder sind im gesetzteren Alter", empört sich Ulrich Felzmann. Auch er ist einer der Tänzer, die dort trainieren. Man habe eben einen Schuldigen gesucht und im TCM einen gefunden, bedauert Lass die Situation.

Claus Klein bestätigt die Vorfälle. Es sei immer wieder zu "Fehlbenutzungen" der Toiletten und zu Beschädigungen der Kita-Räume gekommen, "aber keiner will's gewesen sein." Da bei einer Gesprächsrunde mit den Nutzern der Aula keine Lösung gefunden werden konnte, so Klein, wurde kurzerhand allen der Zugang verwehrt. Kita-Koordinatorin Knigge-Meitza möchte sich zu der Angelegenheit nicht mehr äußern, betont aber, dass es ganz normal sei, dass Fremde keinen Zugang zu den Räumen einer Kita hätten. Die Idee des TCM, einen Durchbruch zu den Toiletten zu machen, kennt Klein schon. Dies sei aber aus baulichen Gründen nicht möglich, die Stahlkonstruktion würde das nicht erlauben.

Die Mitglieder des Tanzclubs fühlen sich ignoriert. Immer wieder versuche man auf die Probleme aufmerksam zu machen, sagen sie. "Eine riesige Respektlosigkeit ist das", sagt Felzmann resigniert. Auch der Parkettboden wird von den Trainierenden immer wieder angesprochen. Durch Sand und Dreck sei es gefährlich glatt, schon mehrfach hätte es Stürze gegeben.

Klein sagt, er wisse nichts von Stürzen und betont, dass es einen regen Mail- und Telefon-Kontakt mit dem Verein gebe und dieser sich immer melden könne. Aktuell liege ihm aber nichts vor.

Quelle: RP
 
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