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Meerbusch
Ahornbäume verwildern Grundstück

Meerbusch: Ahornbäume verwildern Grundstück
Die Äste des Ahornbaumes ragen direkt auf das Grundstück des Ehepaares. FOTO: Laura Harlos
Meerbusch. Tausende Ahornsamen hat das Ehepaar Breuers bereits aus ihrem Garten gezupft. Sie wollen, dass die Stadt den Baum fällt. Von Laura Harlos

Breuers hat aufgehört mitzuzählen. Es müssten schon weit über die 10.000 Sämlinge sein, die die Meerbuscherin aus der Erde gezupft hat. "Die wachsen im Null-Komma-Nix, die kleinen Biester", sagt die 74-Jährige.

Die kleinen "Biester" sind Ahorn-Samen oder auch Nasen genannt, die von einem riesigen Ahornbaum auf der Willicher Straße direkt in den Garten der Breuers fallen. Die Regenrinne muss Brigitte Breuers regelmäßig von den Samen befreien. Viel schlimmer sind für die ältere Dame aber die Samen, die auf ihrem Grundstück Wurzeln schlagen. "Die verwildern mir den kompletten Garten", sagt Breuers, "mit Mühe rumpfe ich die unzähligen Ableger aus der Erde, die Wurzeln wachsen wahnsinnig schnell."

Seit 20 Jahren investiert das Ehepaar Zeit und Geld, um die Ahornsamen zu entfernen. "Ich habe schon aufgehört die vollen Müllsäcke zu zählen", sagt Adolf Breuers. Die Situation sei für die beiden unerträglich geworden. Sie fürchten sogar eine Grundstückspreisminderung. "Diese Baumsorte gehört nicht in ein Wohngebiet."

Genau deswegen hat sich das Ehepaar schon mehrere Male an die Stadt gewandt. Eine Mitarbeiterin, zuständig für Baumpflege besuchte die Breuers im März und schaute sich die Situation im Garten an. "Uns ist der Fall bekannt, wir haben den Baum bereits beschnitten, das ist dokumentiert", sagt Michael Betsch, Bereichsleiter des Meerbuscher Betriebshof, "wir können den Baum aber nicht einfach fällen, jeder Baum hat eine Bedeutung für unsere Umwelt." Ob Laub, Samen oder Früchte: Bäume würden sich immer auf Anwohner und Gärten auswirken.

Brigitte Breuers will sich damit nicht zufrieden geben. Dass ein Baum auf städtischem Gebiet einem Privatgrundstück so viel Ärger und Arbeit mache, könne nicht sein. "Ich habe nicht mitbekommen, dass die Äste des Baumes gekürzt wurden." Auf der Straßenseite des Lärmschutzwalls wachsen die Ableger des Baumes wild vor sich hin. Geradezu ungepflegt schaut es im Vergleich zum Rest der Willicher Straße an dieser Stelle aus.

Damit ihr Garten nicht "verwildert", haben die Breuers nun einen Gärtner um Rat gefragt. Dieser kennt das Problem mit den Ahornsamen. Seine Vorschläge: Die Gartenfläche mit Folie abdecken oder den befallenen Boden abtragen.

Quelle: RP
 
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