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Meerbusch
Alte Vikarie: Stadt verteidigt Variante mit Putzfassade

Meerbusch. Nach der Debatte im Kulturausschuss um die Sanierung der Alten Vikarie in Osterath hat der städtische Beigeordnete Just Gérard jetzt eine Stellungnahme an die Politik ausgehändigt, die unserer Redaktion vorliegt.

Die Fachwerkfassade der Vikarie ist hinter einem Putz verschwunden - sowohl Politik als auch die Initiative Pro Osterath hatten dies kritisiert. Der Verwaltung wurde vorgeworfen, beim Denkmalschutz mit zweierlei Maß gemessen zu haben. Die Vermutung der Politik: Dem einstigen Eigentümer, mit dem die Stadt in einem Rechtsstreit stand und der das Objekt letztlich aufgab, wurden höhere Denkmalschutzauflagen gemacht als dem neuen Eigentümer. Im neuen Schreiben spricht Dezernent Gérard von "zwei getrennten Baugenehmigungsverfahren und im Zuge des Ämterkreislaufs zwei getrennten denkmalrechtlichen Erlaubnisverfahren".

Die erste Baugenehmigung von April 2001 habe keine Auflagen bezüglich der Fassadengestaltung gemacht, argumentiert Gérard. Die Arbeiten seien durch den Eigentümer ohne Baugenehmigung begonnen worden. Die Baustelle sei letztlich aufgrund nicht denkmalschutzgerechter Arbeiten stillgelegt worden. Danach hätten denkmalpflegerisch erfahrene Architekten bei einer Baustellenbegehung den Ist-Zustand protokolliert und Sanierungsvorschläge gemacht, "nicht aber protokolliert", wie Gérard betont. Es habe sich um Grobskizzen gehandelt. Im Rahmen dieser Sanierungsvorschläge sei auch über Außen- oder Innendämmungsmaßnahmen gesprochen worden. Dann sei es zum Eigentümerwechsel an den jetzigen Besitzer gekommen. In diesem Zusammenhang sei über die Putzfassade gesprochen worden. Sowohl LVR und Untere Denkmalbehörde als auch der Eigentümer hätten dieser Variante zugestimmt. Daraufhin sei es zur "Benehmensherstellung" zwischen LVR und Stadt gekommen. Inzwischen hat sich die Stadt den Zustand der Vikarie erneut angeschaut - alle Denkmalschutzauflagen seien erfüllt.

(sep)
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