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Meerbusch
Anwohner verteidigen Flugblatt

Meerbusch. Die Bürgerinitiative Kierster Straße wehrt sich gegen den Vorwurf, mit dem in einer 1000er-Auflage gedruckten und in den vergangenen Tagen verteilten Flugblatt absichtlich provoziert zu haben. Von Sebastian Peters

Die Anwohner rund um die Kierster Straße in Lank verteidigen in einer neuen Stellungnahme ihr umstrittenes Flugblatt und werben im Vorfeld der Ratssitzung am Donnerstag in der Politik erneut für eine Reduzierung der Flüchtlingszahl: "Das Flugblatt visualisiert auf der ersten Seite die Pläne der Stadt Meerbusch zur Unterbringung von maximal 144 Flüchtlingen und berichtet sachlich über Fakten und Zahlen", heißt es in einer Stellungnahme der Initiative an unsere Zeitung. Am Donnerstag soll im Rat über den Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans entschieden werden.

Die Stadt plant im Bereich "Am Alten Teich" in Lank den Bau von 14 Reihenhäusern für maximal 144 Flüchtlinge. Ursprünglich waren dort sogar Plätze für 250 Flüchtlinge in 16 Häusern geplant. Die Anwohnerinitiative wiederum fordert, maximal neun Häuser zu bauen. Aus diesem Grund hatte sie das Flugblatt gedruckt. Das Deckblatt zeigt Dutzende von roten kleinen Spielfiguren vor animierten Reihenhäusern. Die Meerbuscher Politik zeigte sich empört. Es werde der Eindruck erweckt, als würde die Politik Flüchtlinge wie Spielfiguren in Stadtteile setzen, kritisierten Vertreter von CDU, SPD und Grünen.

Die Initiative wirft Stadtverwaltung und Politik vor, Pläne nicht fortlaufend öffentlich gemacht zu haben. "Salami-Taktik" sei dies. Schon am 7. März 2016 habe man bei einem Besuch des Amtes für Altlasten Pläne für eine Bebauung in reduzierter Form mit 14 Reihenhäusern gesehen. Bei einer Infoveranstaltung seien dann Pläne für 16 Reihenhäuser gezeigt worden. "Bewusste Täuschung der Bürger oder hatte die Stadt noch vor der Info-Veranstaltung ihre eigenen Planungsfehler erkannt?", schreibt die Initiative, die außerdem darauf verweist, dass die Stadt in einer Beschlussvorlage vom 11. September 2015 noch von einer städtebaulichen Verträglichkeit von 50 Flüchtlingen bei Bebauung des Areals "Am Alten Teich" ausgegangen sei. Dem hätte man zugestimmt, so die Initiative.

Jetzt aber baue die Stadt in extremer Verdichtung - im Gegensatz zur Rottstraße, wo die GWG Viersen baut und die Stadt die Wohnungen anmietet. Würde die Stadt an der Kierster Straße mit dem gleichen Belegungssschlüssel wie bei den angemieteten Objekten an der Rottstraße operieren, dürften höchstens 88 Flüchtlinge an die Kierster Straße kommen, argumentiert die Initiative. Sie verweist außerdem auf ein nur wenige Meter entferntes Asylbewerberheim Am Heidbergdamm mit Platz für 130 Personen.

Der Bebauungsplan von 1975 sieht für das Areal Am Alten Teich eingeschossige Hofhausbebauung mit Grünfläche, Kinderspielplatz und Bolzplatz vor. Vor dem Hintergrund der Notwendigkeit, Flüchtlinge zu beherbergen, will die Stadt dies nun ändern: Zweigeschossige Reihenhäuser mit Satteldach sind geplant. Dort werden Flüchtlinge für die Dauer ihres Asylverfahrens in Deutschland leben.

Quelle: RP
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