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Meerbusch
Applaus am Broadway

Düsseldorf. Das Meerbuscher Gitarren-Duo Tierra Negra tourte mit Muriel Anderson durch die USA, spielte mit José Feliciano und trat unter anderem in der legendären Great American Music Hall in San Francisco auf. Drei weitere US-Tourneen stehen dieses Jahr noch an. Von Norbert Stirken

Ihre Koffer waren zwar in Boston, ihre Gitarren aber in New York. "Das war die Hauptsache", erzählen Raughi Ebert und Leo Henrichs. Denn am Abend sollten die beiden Meerbuscher Musiker als Support für die US-Legende José Feliciano am Broadway auf der Bühne stehen. Im "Iridium Jazz Club" war das als Tierra Negra bekannte Duo groß angekündigt. "Wir haben uns auf der 5th Avenue mal eben neu eingekleidet, wir konnten ja kaum mit Turnschuhen und T-Shirt auf die Bühne gehen", berichtet der Strümper Raughi Ebert. Das Konzert war ein Riesenerfolg, und auch José Feliciano war voll des Lobes über die beiden Gitarristen und deren Instrumente. "A great sounding guitar", kommentierte der blinde Star die Qualität der "Tierra Negra Gitarre", die unter anderem auch von den berühmten Gypsy Kings gespielt wird. Von diesem Markt haben sich Ebert und Henrichs inzwischen aber zurückgezogen.

Ihre Konzentration gilt ihrer Karriere als Musiker. Der Ausflug in die USA bedeutet einen großen Schritt hin zu größerer Popularität außerhalb Deutschlands. 22 Auftritte in 24 Tagen, zahlreiche Interviews in Radiostationen und Fernsehsendern – jeder Tag war komplett ausgefüllt. Ihr Proberaum in der Weltmetropole lag im 16. Stock mit Blick auf den Central Park. "Eine Etage höher als das Apartment von Richard Gere", berichtet Ebert. Die US-Tournee mit Muriel Anderson, der einzigen Frau als National Guitar-Champion, führte das Duo unter anderem nach Chicago, Las Vegas, Los Angeles, Seattle, Malibu, El Dorado und San Francisco. Dort spielten sie in der Great American Music Hall, in der schon Superstars wie Miles Davis, Jimi Hendrix, Carlos Santana und Pink Floyd ihre musikalischen Visitenkarten abgeliefert haben. "Bei all unseren Auftritten gab es Standing Ovations", schwärmt Henrichs von dem begeisterungsfähigen Publikum. Tierra Negra und Muriel Anderson füllten auf ihrer Tournee Hallen mit bis zu 1200 Besuchern. "Wir als Nylon-Jungs waren die Vertreter des gebildeten Europas", erzählt Ebert. Mit "Nylon-Jungs" spielt er auf das Material der Gitarren-Saiten an. In den USA werden überwiegend welche aus Stahl benutzt.

Vom 6. bis 19. April fliegen Tierra Negra erneut über den Teich, treten im bekannten Hardrock-Café und beim Newport Guitar Festival auf, kommen anschließend zurück, geben zwei Exklusiv-Konzerte auf dem Luxus-Liner MS Europa, um tags darauf – im Juni – erneut in die USA aufzubrechen. Im November dann setzen sie ihre Tournee mit dem insgesamt vierten US-Gastspiel fort. "Wir müssen jetzt erst einmal etwas zur Ruhe kommen und die Ereignisse Revue passieren lassen, sagt Ebert. "Wir hatten bislang keine Zeit, irgend etwas zu verarbeiten", ergänzt er.

Quelle: RP
 
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